Zum 1. Todestag von Max Mannheimer

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„Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

Vor einem Jahr, am 23. September 2016, starb Max Mannheimer im Alter von 96 Jahren. Er hatte sich mit seiner ganzen Person eingebracht, um gegen das Vergessen anzukämpfen und gleichzeitig als Versöhner aufzutreten. Erstmals berichtete er 1985 in einem Beitrag für die „Dachauer Hefte“ über seine Verfolgungsgeschichte und die anschließende KZ-Haft. Seine Bemühungen um die KZ-Gedenkstätte Dachau, sein unermüdliches Engagement um die Errichtung des Jugendgästehauses in Dachau, seine Tätigkeit für den Verein „Gegen Vergessen, für Demokratie“ und nicht zuletzt seine ganz persönliche liebenswerte und doch auch hartnäckige Art, mit der es ihm gelang, seine Vorhaben durchzusetzen, werden uns immer in Erinnerung bleiben. Weiterlesen ...

75. Jahrestag des ersten Transports von Dachau-Häftlingen in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim

Historische Aufnahme von 1941/42: Betrieb der Verbrennungsöfen in Schloss Hartheim
Historische Aufnahme von 1941/42: Betrieb der Verbrennungsöfen in Schloss Hartheim

Am 15. Januar jährt sich zum 75. Mal der erste Transport von Dachau-Häftlingen in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim. Die ersten 98 von insgesamt 2595 Opfern wurden am 15.1.1942 in die Gaskammer der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt gebracht. Es war der Beginn der größten Mordaktion im KZ Dachau.

Die Initiative für die unter dem Decknamen „Sonderbehandlung 14 f 13“ geführte Aktion ging von Heinrich Himmler aus. Die erste große Aussonderung von alten, kranken und schwachen Häftlingen durch die Ärztekommission wurde im KZ Dachau am 3. September 1941 durchgeführt. Jüdische Häftlinge wurden oft als geschlossene Gruppe ausgesondert. Daraufhin wurden ein- bis zweimal pro Woche jeweils 100 bis 120 Personen, die im Häftlingsbad auf ihre Abfahrt warten mussten, in zwei LKW nach Schloss Hartheim gebracht. Dort wurden sie am selben Tag mit Giftgas ermordet. Die Angehörigen erhielten eine fingierte Todesmeldung des Sonderstandesamts des KZ Dachau auf der als Todesursache häufig Herz- und Kreislaufversagen vermerkt war. Nachdem die Kleidungsstücke der Abtransportierten wenig später ins Lager zurückgebracht wurden schöpften die ersten Mithäftlinge Verdacht, Briefkontakte zu Angehörigen bestätigten zudem die Todesmeldungen.

Ab Mai 1942 wurden die „Invaliden“ unter den Kranken im „Krankenrevier“, aus den „Invalidenblöcken“ sowie den Priesterblöcken ausgewählt. Die „Selektionen“ führten nun SS-Lagerärzte durch. Mit dem gesteigerten ökonomischen Interesse an der Ausbeutung der Arbeitskraft der Häftlinge wurde die „Sonderbehandlung 14 f 13“ im Laufe des Jahres 1942 eingeschränkt, 1943 schließlich gestoppt. Der Aktion fielen insgesamt mindestens 20000 Menschen zum Opfer.

Videobotschaften zum Befreiungstag

Gedenken am Internationalen Mahnmahl in der KZ-Gedenkstaette Dachau

Anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des KZ Dachau schildern Überlebende in einer Videobotschaft ihr Leiden während ihrer Gefangenschaft, ihre Erfahrungen während der Befreiung, aber auch ihr Leben danach.

www.liberation-dachau.de

Einführung

Historisches Foto des Häftlingslagereingangs
Am 22. März 1933, wenige Wochen nachdem Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt worden war, wurde in Dachau ein Konzentrationslager für politische Gefangene errichtet. Es diente als Modell für alle späteren Konzentrationslager und als „Schule der Gewalt” für die Männer der SS, unter deren Herrschaft es stand. In den zwölf Jahren seines Bestehens waren hier und in zahlreichen Außenlagern über 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. 41.500 wurden ermordet. Am 29. April 1945 befreiten amerikanische Truppen die Überlebenden.
Aktuelles Bild des historischen Eingangs

Die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers wurde im Jahr 1965 auf Initiative und nach den Plänen der überlebenden Häftlinge, die sich im Comité International de Dachau zusammenschlossen, mit Unterstützung des Bayerischen Staates errichtet. In den Jahren 1996-2003 wurde eine neue Ausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers Dachau mit dem Leitmotiv „Der Weg der Häftlinge” geschaffen.