Besucherzentrum
Die KZ-Gedenkstätte Dachau wird jährlich von ungefähr 800.000 Personen aus der ganzen Welt besucht. Für dieses hohe Besucheraufkommen wird ein Serviceangebot benötigt, das den Bedürfnissen der Besucherinnen und Besucher gerecht wird. Das Besuchergebäude, das am 30. April 2009 eingeweiht wurde, verfügt über ein Besuchercafe mit Imbissmöglichkeit sowie einen Empfangs- und Servicebereich. Dieser Servicebereich zeichnet sich durch einen Informationsschalter sowie einen Buchladen und die Geräteausgabe für die Audioführung aus.
Der Ort des Besuchergebäudes
Zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau Ende April 2005 wurde ein neuer Zugang für die Besucher der Gedenkstätte eröffnet: Kamen die Besucher bisher über die Ostseite an der Alten Römerstraße auf das Gelände, so verläuft der Eingang zur Gedenkstätte heute über die Westseite am "Jourhaus", sodass das ehemalige Häftlingslager nun über seinen historischen Zugang betreten wird. Der Besucher folgt hierbei dem "Weg der Häftlinge", deren Weg in das Konzentrationslager am Jourhaus, dem damals einzigen Zugang zum Häftlingslager, begann.
Den Planungen des Landschaftsarchitekten Latz & Partner folgend wurde ein großzügiger Fußgängerbereich entlang des Flusses Würm geschaffen, der den Parkplatz und die Haltestellen der städtischen Buslinie zur Gedenkstätte hin erschließt. Der Weg verläuft dabei zwischen dem ehemaligen Häftlingslager und dem Gelände der bayerischen Bereitschaftspolizei, die auf dem ehemaligen Areal der Kommandantur und der SS angesiedelt ist. Von diesem Fußgängerweg führt außerdem südlich des Geländes der Bereitschaftspolizei ein zweiter Weg in westlicher Richtung, der zur Stadtmitte und dem Bahnhof der Stadt Dachau in Richtung der Straße der KZ-Opfer weist. An dieser Stelle der Wegverbindung von Fußgängerbereich und Weg zur Innenstadt wurde das neue Besuchergebäude errichtet (siehe Grafik). Der Ort zeichnet sich dabei durch seine zentrale Lage im Bereich der besagten Erschließungswege aus, erscheint jedoch ausreichend weit von den historischen Gebäuden abgerückt.
Die Architektur
Das neue Besuchergebäude fügt sich in die komplexe städtebauliche Situation, die sich aus der besonderen Topografie des Geländes und seiner Geschichte ergibt: Ziel war es, einen Funktionsbau zu schaffen, der sich gegenüber den historischen und vorhandenen Gebäuden gestalterisch zurück nimmt und dennoch den speziellen Anforderungen des Besucherverkehrs der KZ-Gedenkstätte gerecht wird. Für die Realisierung dieses Projektes wurde daher der Vorschlag der Florian Nagler Architekten gewählt, die in ihrem Entwurf die genannten Anliegen berücksichtigen konnten.
Bauzeit
- Dezember 2005: Nach einer Ausschreibung hat sich die Jury am 12. Dezember 2005 für den Entwurf der Florian Nagler Architekten entschieden. Die Planung zur Umsetzung des Entwurfs hat bereits begonnen.
- April 2006: Vorstellung des Modells des Besuchergebäudes zur Befreiungsfeier Ende April 2006.
- Sommer 2006: Ausschreibung der Bauarbeiten.
- März 2007: Beauftragung der Baufirmen, Beginn der Bauarbeiten.
- Mai 2007: Offizieller Spatenstich.
- 30. April 2009: Fertigstellung Besucherzentrum.