Zeitzeugengespräch mit Abba Naor am "Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus"

Abba Naor

Am Freitag, 27. Januar 2012, findet auf Einladung des "Runden Tisches für Zeitgeschichte" wie jedes Jahr anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus ein Zeitzeugengespräch statt. Als Zeitzeuge spricht Abba Naor.

Abba Naor kam 1928 in Kaunas zur Welt. Er erlebte die Verfolgung der litauischen Juden ab 1941, als er mit seiner Familie nach dem Einmarsch deutscher Truppen ins Ghetto gezwungen wurde, das die SS allmählich in ein Konzentrationslager umwandelte. Mehrere seiner Angehörigen wurden damals ermordet. Ihn selbst verschleppte die SS im Sommer 1944 zuerst in das KZ Stutthof bei Danzig, später in die Lager Utting am Ammersee und Kaufering I, die zum größten Außenlagerkomplex des KZ Dachau gehörten. Den Todesmarsch der KZ-Häftlinge aus Kaufering Ende April 1945 überlebte er dank der Befreiung durch die Amerikaner. Abba Naor, der heute in Israel lebt, kommt jedes Jahr nach Deutschland, um als Zeitzeuge über seine persönliche Erinnerung an die NS-Zeit zu berichten. Bei seinen Schulbesuchen sagt er den Jugendlichen: "Was ich euch heute erzähle, wird für mich beim Sprechen immer wieder lebendig".

Zum "Runden Tisch für Zeitgeschichte" gehören die Abteilung für Kultur und Zeitgeschichte der Stadt Dachau, der Förderverein für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit e.V., das Max Mannheimer Studienzentrum, das Dachauer Forum, der Verein zum Beispiel Dachau, die Evangelische Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte, die Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte, die Lagergemeinschaft Dachau sowie die KZ-Gedenkstätte Dachau.

Die Veranstaltung im Dachauer Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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