9. Dachauer Zeitzeugengespräch mit Boris Pahor

Am Dienstag, 6. November 2012, lädt die KZ-Gedenkstätte Dachau zum 9. Dachauer Zeitzeugengespräch mit dem slowenischen Überlebenden und bedeutenden Schriftsteller Boris Pahor ein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte, der Eintritt ist kostenlos.

Boris Pahor wurde 1913 in Triest geboren. Seine Heimat gehörte damals zu Österreich-Ungarn und wurde 1919 von Italien besetzt. Pahors Familie war Teil der slowenischen Minderheit, der unter Mussolini ab 1922 der Gebrauch ihrer Muttersprache verboten wurde. Boris Pahor studierte zunächst katholische Theologie, verließ 1940 das Priesterseminar und wurde von der italienischen Armee eingezogen. Im Anschluss studierte er Literatur in Padua. Nach dem Zusammenbruch des italienischen Faschismus kehrte Pahor im September 1943 nach Triest zurück und schloss sich der Volksbefreiungsfront an. Im Januar 1944 verhaftete ihn die mit den deutschen Besatzern kollaborierende „slowenische Landwehr“ und übergab ihn der Gestapo, die ihn ins KZ Dachau deportierte. Boris Pahor durchlebte weitere Konzentrationslager, bevor er im KZ Bergen-Belsen befreit wurde

Nach seiner Befreiung kehrte er nach Triest zurück, studierte und promovierte in Padua. Seine traumatischen Erlebnisse in den Konzentrationslagern verarbeitete Pahor literarisch, unter anderem in seinem 1967 erschienenen, preisgekrönten Roman „Nekropolis“. Er schrieb zahlreiche weitere Erzählungen und Romane, für die er vielfach geehrt und mit Preisen bedacht wurde. Der 99-jährige Boris Pahor ist einer der international bekanntesten Vertreter der slowenischen Gegenwartsliteratur. Er wurde mehrfach für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Bayerisch-Slowenischen Gesellschaft e.V. und dem Slowenischen
Lesesaal Regensburg statt.

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