Ausstellungen
Im Jahr 2003 konnte an der KZ-Gedenkstätte Dachau eine neue Hauptausstellung eröffnet werden. Die Ausstellung, die sich in den Räumen des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes des KZ Dachau befindet, dokumentiert in 13 Abteilungen chronologisch die Geschichte des KZ Dachau und die Geschichte des Geländes seit der Befreiung 1945 durch die US-amerikanischen Truppen.
Die Darstellung folgt dabei den Ausführungen des Historikers und KZ-Überlebenden Stanislav Zámecník, der in seinem Buch "Das war Dachau" die Geschichte des KZ Dachau in drei verschiedene Phasen einteilt:
KZ Dachau 1933-1939
In den ersten Jahren diente das KZ Dachau zur Inhaftierung derjenigen, die aus politischen, ideologischen oder rassischen Motiven heraus als Gegner der Nationalsozialisten und der von ihnen propagierten Gesellschaftsordnung angesehen wurden. Waren zunächst nur Reichsdeutsche in den Konzentrationslagern inhaftiert, kamen mit dem "Anschluss" von Österreich und infolge des Münchener Abkommens ab 1938 erste ausländische Häftlinge hinzu. Als Instrument des Terrors diente das Lager der Festigung des Regimes und zunehmend auch der Vorbereitung des Krieges.
KZ Dachau 1939-1942
Mit Beginn des Krieges nahm die Zahl der Todesopfer unter den Häftlingen rapide zu und die Konzentrationslager dienten als Werkzeug der Kriegspolitik: Häftlingsarbeit wurde zum Instrument der Vernichtung, nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge wurden in Tötungsanstalten umgebracht, und die Lager entwickelten sich zu Mordstätten, in denen Angehörige der Intelligenz aus den von den Deutschen besetzten Gebieten sowie sowjetische Kriegsgefangene hingerichtet wurden.
KZ Dachau 1942-1945
In den letzten Kriegsjahren wurden die Häftlinge verstärkt zur Sklavenarbeit in der Rüstungsproduktion gezwungen. Dabei entstand im süddeutschen und österreichischen Raum ein dichtes Netz von Außenlagern des KZ Dachau. Die Häftlingstransporte aus den geräumten Konzentrationslagern an der Kriegsfront ließen die Häftlingszahlen nochmals stark ansteigen und es kam zu einer katastrophalen Verschlechterung der Lebensbedingungen.
Der letzte Ausstellungsabschnitt behandelt die Geschichte nach der Befreiung des KZ Dachau seit dem Jahr 1945 und die Entwicklung der KZ-Gedenkstätte.
Die Hauptausstellung erklärt auch jeweils die historische Funktion der Räume. Sie wird durch Teilausstellungen im Bunker, in der Baracke und im Krematorium sowie Tafeln im Außengelände ergänzt. Die Besucherinnen und Besucher folgen beim Rundgang dem Leitmotiv der Ausstellung "Der Weg der Häftlinge", anhand dessen das Schicksal der Häftlinge des KZ Dachau dokumentiert wird. Besonderes Gewicht kommt daher in der Hauptausstellung dem so genannten Schubraum und dem ehemaligen Häftlingsbad zu; zwei Orte im Rahmen der Einlieferungsprozedur.
Die Texte in der Ausstellung und im Außenbereich sind zweisprachig (Deutsch und Englisch).
Informationen zu Sonderausstellungen finden Sie unter "Aktuelles - Sonderausstellung".