Gedenkorte in der Umgebung
Plantage
1938 mussten KZ-Häftlinge östlich der Alten Römerstraße eine große Kräutergartenanlage (Plantage) errichten. Der Anbau einheimischer Kräuter war von der "Arbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde" angeregt worden und auf besonderes Interesse beim Reichsführer SS Heinrich Himmler gestoßen. Deutschland sollte von der Einfuhr ausländischer Medikamente und Gewürze unabhängig werden. Während des Krieges wuchs die ökonomische Bedeutung der Häftlingsarbeit im Kräutergarten.
Mit Drohungen und Schlägen trieben SS-Posten die KZ-Häftlinge zur Arbeit auf dem großen Freigelände an, willkürlich wurden Häftlinge "auf der Flucht erschossen". Weniger brutale Arbeitsbedingungen bestanden nur in den Gebäuden oder Gewächshäusern. Ein Malerkommando sollte hier für Himmler ein Pflanzenherbarium anfertigen. Unter Lebensgefahr hielten einige dieser Häftlinge die Verbrechen der SS-Posten in heimlichen Notizen fest.
Die SS hatte im Kräutergarten auch einen Laden eingerichtet, um Produkte der Plantage an die Bewohner aus Dachau und den Nachbargemeinden zu verkaufen. Einzelnen Häftlingen gelang es, hier heimlichen Kontakt zur Zivilbevölkerung aufzunehmen.
"SS-Schießplatz Hebertshausen"

Foto vom Kugelfang am "SS-Schießplatz Hebertshausen"
In der an Dachau angrenzenden Gemeinde Hebertshausen befindet sich ein Schießplatz, der für die SS dort eingerichtet worden war. Vermutlich 1937 wurde eine Anlage mit zwei kurzen Schießbahnen zwischen drei Wällen errichtet. Abgeschlossen sind die Schießbahnen mit einem als Kugelfang dienenden Bunker. Daneben befindet sich eine Reihe von weiteren fünf langen Schießbahnen, die am Ende mit einem geschützten Laufgang miteinander verbunden sind.
Etwa 4.000 gefangene Soldaten der sowjetischen Armee wurden dort in den Jahren 1941/1942 exekutiert. Die SS verwendete den zynischen Begriff "Sonderbehandlung" für diese verbrecherischen Hinrichtungen. Die zur Exekution nach Dachau gebrachten Gefangenen wurden nicht in der Kartei des Konzentrationslagers erfasst.
Das Gelände ist heute ein Gedenkort zur Erinnerung an die dort ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen. Derzeit wird an einer Neugestaltung des Ortes gearbeitet. Auf dem insgesamt 85.000 qm großen Gelände des Schießplatzes steht außerdem das ehemalige SS-Wachhaus, das heute von der Stadt Dachau zur Unterbringung von Obdachlosen genutzt wird.
Mahnmal zum Gedenken an die Todesmärsche

Das Mahnmal in Dachau.
Mit dem siegreichen Vorrücken der alliierten Truppen wurden immer mehr Konzentrationslager, die in Frontnähe gerieten, von der SS evakuiert und die Häftlinge wurden in Lager im nationalsozialistischen Machtbereich transportiert. Auf diesen oft wochenlangen Transporten und Märschen, kamen Tausende der Häftlinge ums Leben, starben an Krankheiten, Schwäche, Unterernährung, an den Schlägen der SS oder wurden, wenn sie nicht mehr transportfähig waren oder nicht mehr weitergehen konnten, erschossen.
Die Häftlingszahl im Konzentrationslager Dachau stieg um ein Vielfaches, was ab Dezember 1944 zu katastrophalen Zuständen führte. Die Baracken waren hoffnungslos überfüllt, eine Typhusepidemie kostete Tausenden das Leben.
Gegen Ende April begann die SS damit, die Außenlager und Außenkommandos des Lagers Dachau zu evakuieren. Eine große, nicht mehr feststellbare Zahl von Gefangenen kam auf den Märschen ums Leben, wurde von Tieffliegerangriffen auf Eisenbahntransporte getötet oder noch vor dem Abtransport von der SS ermordet.
Am 26. April 1945 wurden auch vom Hauptlager Dachau aus rund 7.000 Häftlinge auf einen Marsch in Richtung Süden geschickt.
Das Mahnmal zum Gedenken an die Todesmärsche, das an der Theodor-Heuss-Straße am John F. Kennedy Platz in Dachau steht und von dem auch eine Kopie in der Ausstellung der Gedenkstätte zu finden ist, wurde in über 20 Orten entlang der Routen der Todesmärsche aus dem KZ Dachau aufgestellt. Es wurde vom Künstler Hubertus von Pilgrim geschaffen.
Waldfriedhof
Auf dem Waldfriedhof im Dachauer Stadtteil Etzenhausen wurden vor allem diejenigen ehemaligen Häftlinge des KZ Dachau begraben, die in den Monaten unmittelbar nach der Befreiung des Lagers noch an den Folgen der Haft starben. Darüber hinaus findet sich hier die letzte Ruhestätte von jüdischen Häftlingen, die den mörderischen Todesmarsch vom KZ Flossenbürg nach Dachau Ende April 1945 nicht überstanden.
Leitenberg
Vom 28. Februar 1945 bis zum 27. April 1945, möglicherweise auch schon im Oktober 1944, wurden auf Anweisung der Kommandantur des KZ Dachau auf dem Leitenberg im Dachauer Ortsteil Etzenhausen acht Massengräber angelegt. Bis zur Befreiung am 29. April 1945 sind dort nachweislich 4.318 tote KZ-Häftlinge bestattet worden. Weitere 1.879 tote Häftlinge sowie die bei den Kämpfen in der Nähe Dachaus ums Leben gekommenen deutschen Wehrmachtssoldaten wurden bis mindestens zum 18. Mai 1945 in zwei weiteren Massengräbern beigesetzt.
Der französische Suchdienst ließ in den Jahren 1955 bis 1959 die Gräber exhumieren, um die als französische Staatsangehörige erkannten Toten in die Heimat zu überführen. Die übrigen Toten wurden zusammen mit KZ-Opfern aus einigen aufgelassenen KZ-Friedhöfen in Oberbayern auf dem Leitenberg wieder bestattet. Auf der Grundlage der Exhumierungsprotokolle konnte eine Gräberliste angelegt werden: Nach dieser sind auf dem Leitenberg 7.609 Tote begraben, von denen nur 204 mit Namen bekannt sind.
Der Ehrenfriedhof wurde im Dezember 1949 eingeweiht. Darüber hinaus wurde dort eine achteckige, turmartige Gedächtnishalle für die KZ-Opfer sowie im Jahr 1963 die italienische Gedenkkapelle "Regina Pacis" errichtet. 1999 wurde ein Gedenkstein für die polnischen Opfer unter den Toten eingeweiht.