Machbarkeitsstudie für einen Dokumentationsort zum ehemaligen KZ-Außenlagerkomplex München-Allach

Ehemalige Sanitärbaracke des KZ-Außenlagers Allach
Ehemalige Sanitärbaracke des KZ-Außenlagers Allach


Nachnutzung des Lagers

Nach der Befreiung des Lagers durch die US Army wurde das ehemalige Außenlager in verschiedenster Weise weiter genutzt. Zunächst wurden von der amerikanischen Verwaltung sogenannte Displaced Persons, darunter ehemalige KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter/-innen, angesiedelt. Zeitweise wurden in unmittelbarer Nachbarschaft deutsche Soldaten interniert. Später kamen deutsche Flüchtlinge und Heimatvertriebene hinzu. 1951 wurde hier das Bundesauswandererlager München Karlsfeld eingerichtet.

Siedlung Ludwigsfeld

Aus dieser Vielfalt auf engstem Raum entstand ab 1953 die Neue Siedlung Ludwigsfeld. Die diverse Bewohnerschaft einte ihre gesellschaftliche Randlage, die sich durch die ihre Ansiedlung an der äußersten Peripherie Münchens, praktisch ohne Anbindung an die Stadt, auch räumlich manifestierte. Der Umbau wurde vornehmlich nach ökonomischen Gesichtspunkten realisiert. Wo es möglich war, wurde die Infrastruktur des KZ-Außenlagers weitergenutzt. Noch heute sind die Umrisse der Siedlung nahezu deckungsgleich mit denen des ehemaligen Außenlagerkomplexes. Die einzelnen Lagerbereiche sind anhand der Straßenführung größtenteils nachvollziehbar. Bei archäologischen Grabungen auf dem Gelände in den Jahren 2016/2017 wurde eine große Menge an Relikten aus der Zeit des Außenlagers gefunden. Auch zwölf Skelette von ehemaligen Häftlingen konnten geborgen werden. Sie wurden auf dem Waldfriedhof Dachau in einer multireligiösen Zeremonie wiederbestattet. 

Machbarkeitsstudie

Bürgerschaftliches Engagement, nicht zuletzt aus dem Kreis der Bewohner/-innen der Siedlung Ludwigsfeld, hat das ehemalige KZ-Außenlager Allach in den letzten Jahren verstärkt in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Deshalb und um der besonderen Bedeutung des KZ-Außenlagerkomplexes Allach, aber auch der einzigartigen Nachgeschichte des Ortes Rechnung zu tragen, haben die Landeshauptstadt München und die KZ-Gedenkstätte Dachau eine unabhängige Machbarkeitsstudie für die Neugestaltung eines Gedenkortes am Ort des ehemaligen Außenlagers Allach in Auftrag gegeben. Die Studie wurde von dem Büro Frankonzept aus Würzburg in einem transparenten und partizipativen Verfahren unter Einbeziehung der örtlichen Vereine, der Opferverbände und weiterer beteiligten Akteure erstellt und am 6. Juni 2018 einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Studie ist abrufbar unter:

https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/hinweis/articles/machbarkeitsstudie-zum-ehemaligen-kz-aussenlagerkomplex-muenchen-allach.html

oder

https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Kulturreferat/Stadtgeschichte/KZ-Aussenlager-Allach.html 

 

Fotos: © KZ-Gedenkstätte Dachau