Ausbildungskurs 2010

Rundgänge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Das Dachauer Forum, der Förderverein für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau e.V. und die KZ-Gedenkstätte Dachau bieten ab Mai 2010 einen Ausbildungskurs an, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befähigen soll, Rundgänge für Gruppen durch das Gelände und die Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Dachau durchzuführen. Bei erfolgreicher Teilnahme besteht im Anschluss an den Kurs die Möglichkeit, als Referent/In an der KZ-Gedenkstätte Dachau (für die Bildungsabteilung, das Dachauer Forum und den Förderverein) auf Honorarbasis zu arbeiten.

Die Ausbildung beginnt mit einer Informationsveranstaltung im Mai. Der Informationsabend dient den Interessent/Innen zum Kennenlernen des Kurskonzeptes, der Anforderungen und der Kursleiter/Innen. Darüber hinaus möchten wir Sie über die Honorarmodalitäten informieren. Uns dient der Abend zum Kennenlernen der Teilnehmer/Innen. Wie in der Vergangenheit ist damit zu rechnen, dass es deutlich mehr Interessent/Innen als Kursplätze gibt, so dass nach dem Informationsabend eine Auswahl der Teilnehmer/Innen erfolgen wird.

Der Kurs selbst besteht aus einem "theoretischen" Teil, der bis Dezember 2010 dauert. Daran schließt sich ein "praktischer" Hospitationsteil an, der mit einer Probeführung abgeschlossen wird. Nach Bestehen der Probeführung können Sie als Referent/In an der Gedenkstätte arbeiten. Wir möchten darauf hinweisen, dass der Kurs arbeitsintensiv ist. Sie müssen ein größeres Pensum an Texten durcharbeiten, in der Regel vorbereitend von einem Termin zum nächsten. Ferner ist die regelmäßige Teilnahme an den Kurstreffen Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss der Qualifizierung. Bei den Treffen geht es dann weniger um die Faktenvermittlung, sondern darum, das Gelesene zu diskutieren und für die Praxis nutzbar zu machen.

Ziel der Ausbildung:

Der Kurs wird sich mit folgenden Inhalten beschäftigen:
1. Die Auseinandersetzung mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Geschichte des Lagers und der KZ-Gedenkstätte als "authentischer Ort".
2. Eine Einführung in gedenkstättenpädagogische Fragestellungen (Besucherorientierung, Museumspädagogik) und Vermittlung der neuen Ausstellung.
3. Einem praktischen Training.
Mit Abschluss der Ausbildung erhält jede/r Teilnehmer/in die Befähigung einen Basisrundgang auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte durchzuführen.

Die Schwerpunkte des Qualifizierungskurses sind:

Auseinandersetzung mit der Geschichte des Lagers und der KZ-Gedenkstätte im Spiegel der Geschichte des Nationalsozialismus:

Die Teilnehmer/Innen erhalten Grundinformationen zur Geschichte des Konzentrationslagers und der Geschichte der KZ-Gedenkstätte. Es wird darauf geachtet, dass die Vermittlung der KZ-Geschichte in den Kontext der Geschichte des Nationalsozialismus eingebettet wird. Die Teilnehmer/Innen sollen Bezüge zwischen der Geschichte im Lager und der regionalen, der nationalen und der internationalen Geschichte herstellen.

Auseinandersetzung mit der KZ Gedenkstätte als "Ort der Überlebenden", als "authentischer Ort" und Lernort:

Um die KZ-Gedenkstätte als "Ort der Überlebenden", als "authentischen Ort" und Lernort zu verstehen, muss geklärt werden, wie der Ort "KZ-Gedenkstätte" durch Verränderungen, Rekonstruktionen und Überformungen entstanden ist. Das heutige Areal der KZ-Gedenkstätte ist lokaler Beleg der damaligen Geschehnisse, zugleich Ort des Gedenkens an das Schicksal der Häftlinge und erzeugt bei den Besuchern spezifische Erwartungen und Stimmungen bei den Besuchern. Im Rahmen der Neukonzeption wurde im Jahr 2002 der erste Teil und im Jahr 2003 der zweite Teil der historischen Ausstellung errichtet. Der Ausbildungskurs soll die Teilnehmer mit Inhalt und Gestaltung der Ausstellung, aber auch mit der Gestaltung und Überformung des Geländes vertraut machen.

Vermittlung besucherorientierter Methoden:

Die Besuchergruppen, die an die KZ-Gedenkstätte kommen, haben sehr unterschiedliche Hintergründe, Vorwissen und Erwartungen, die den Verlauf eines Rundganges sehr stark beeinflussen. Von der Atmosphäre des "authentischen Ortes" versprechen sich viele Besucher anschauliche und emotionale Zugänge, die eine Vermittlung historischer Fakten erleichtern sollen. Während der Ausbildung sollen Möglichkeiten erprobt werden, auf die Besucheranfragen einzugehen und die Besuchererwartungen diskutiert werden.

Termine und Gebühren

Die Termine des Kurses laufen von Juni bis Dezember 2010. Die genauen Daten stehen derzeit noch nicht fest, üblicherweise treffen wir uns Mittwoch abends (ca. acht bis zehn Mal) und an etwa vier Wochenenden. Während der Schulferien sind keine Termine geplant. Die Kursgebühr beträgt 40 Euro für Materialien und Kopien, die Sie bitte nach erfolgter Aufnahme in den Kurs mitbringen. Die Teilnehmerzahl ist auf 40 Teilnehmer/Innen beschränkt. Nach dem Informationsabend werden wir die Zu- oder Absage für die Teilnahme verschicken.

Der Kurs findet in Zusammenarbeit mit dem Dachauer Forum, dem Förderverein für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau e.V. und der KZ-Gedenkstätte Dachau statt.

Hinweis:

Bei Interesse bitten wir um eine Anmeldung zum Informationsabend bis zum 31. März 2010 unter ausbildung@kz-gedenkstaette-dachau.de. Spätere Anmeldungen können leider nicht berücksichtigt werden.

Kontakt:

Bildungsabteilung KZ-Gedenkstätte Dachau
Alte Römer Str. 75
85221 Dachau
Tel: 08131-66997-131 (vormittags)
Fax: 08131-2235