Häufige Fragen unserer Besucher

Frage: Stimmt es, dass nicht nur SS-Angehörige, sondern auch Wehrmachtssoldaten als Wachen im Konzentrationslager eingesetzt wurden?

Antwort: Die ersten Wachen des KZ Dachau im März 1933 waren Angehörige der Bayerischen Landespolizei, ehe nach wenigen Wochen die SS das vollständige Kommando über das Lager übernahm. In der Folgezeit stellte die SS auch alle Wachmannschaften im KZ Dachau; diese Männer waren freiwillig und oft noch vor Kriegsbeginn in SS und NSDAP eingetreten.

In der zweiten Kriegshälfte wurden schließlich auch „Volksdeutsche“ zum Wachdienst im Konzentrationslager herangezogen: Bei ihnen handelte es sich um Angehörige deutschsprachiger Minderheiten, die außerhalb des Reichsgebietes lebten und im Verlauf des Krieges zur Waffen-SS eingezogen wurden. Außerdem befahl Adolf Hitler im Frühjahr 1944 auf Vorschlag des Reichsführers SS, Heinrich Himmler, dass auch Wehrmachtssoldaten für den KZ-Dienst in die SS übernommen werden konnten, wenn sie über 40 Jahre alt und für den Frontdienst nicht (mehr) verwendungsfähig waren. Die Dachauer Lagerführung setzte vor allem in den großen Außenlagerkomplexen Kaufering und Mühldorf neben den bisherigen SS-Mitgliedern viele Wehrmachtssoldaten und „Volksdeutsche“ ein.

Die meisten Führungspositionen im KZ Dachau aber, vor allem der Posten des Lagerkommandanten, blieben bis Kriegsende 1945 immer mit langjährigen SS-Mitgliedern besetzt.