Vortrag von Detlef Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium: Zeugen Jehovas im KZ Dachau

Dr. Detlef Garbe am Rednerpult
Dr. Detlef Garbe

Gleich zu Beginn seines Vortrags betonte Detlef Garbe, dass die Zeugen Jehovas noch vor 20 Jahren eine „vergessen gemachte Opfergruppe“ gewesen seien, dabei bildeten sie in der NS-Zeit als einzige Weltanschauungsgemeinschaft eine eigene Häftlingskategorie. Als sogenannte „Bibelforscher“ wurden sie mit dem „lila Winkel“ gekennzeichnet.

Auch im KZ Dachau waren Zeugen Jehovas anfangs besonderen Schikanen seitens der SS ausgesetzt: Sie wurden geschlagen, geschunden, verspottet und mussten in der Strafkompanie härteste Arbeit leisten. Trotzdem gelang es der SS nur selten, einen „Bibelforscher“ zu brechen. Die kollektive Überlebensstrategie dieser Häftlingsgruppe habe in „Gemeinschaftsgeist und Standfestigkeit“ bestanden, so Dr. Detlef Garbe. Trotz ihrer Kriegsdienstverweigerung, die etlichen von ihnen den Tod brachte, verbesserte sich insgesamt ihre Lage in der zweiten Kriegshälfte. Weil Zeugen Jehovas aus Glaubensgründen nicht flohen, wurden sie in „Vertrauenspositionen“ eingesetzt. So bauten sie beispielsweise im Außenkommando von 1942 bis 1945 die Jagdhäuser des SS-Reichsführers Heinrich Himmler am Schliersee.