Dokumentarfilm "Gerdas Schweigen"

Am Sonntag, 20. Januar 2013, laden die KZ-Gedenkstätte Dachau, das Max-Mannheimer-Studienzentrum und das Filmmuseum München zur 4. Filmvorführung der Filmreihe „Das wirst du nie verstehen“ ein. Gezeigt wird der Film „Gerdas Schweigen“ im Filmmuseum der Stadt München, St. Jakobs-Platz 1. Beginn der Veranstaltung ist um 17.30 Uhr, der Eintritt beträgt 4 € (3 € für Mitglieder des MFZ). An Anschluss an den Film findet ein Gespräch statt.

Besonders freuen wir uns, dass der Autor und Radiomoderator Knut Elstermann anwesend sein wird.

Am Anfang steht ein Tabubruch: Das Kind Knut Elstermann fragt seine "Tante Gerda" aus Amerika, gerade zu Besuch in der DDR, nach dem Verbleib ihres Kindes, über das niemand zu sprechen wagt. Die Kaffeegäste schweigen entsetzt. Knut ist verwirrt und beschämt. 30 Jahre später besucht Knut Elstermann Gerda in New York und stellt erneut die Frage nach dem Kind, welches in Auschwitz geboren wurde und nach wenigen Tagen qualvoll starb. Gerda bricht ihr jahrzehntelanges Schweigen. Die Filmemacherin Britta Wauer ist der Geschichte nachgegangen und zeichnet das filmische Porträt einer faszinierenden Frau, die sich mit trotzigem Lebensmut ein Leben nach Auschwitz aufgebaut hat.

Knut Elstermann ist Moderator einer eigenen Sendung bei Radio Eins: „12 Uhr mittags – Das Filmmagazin“ und arbeitet für den MDR, das RBB-Fernsehen und Arte. Zudem schreibt er Kritiken als freier Filmjournalist, unter anderem für die Berliner Zeitung. Als Autor befasst sich Elstermann neben der Geschichte des Kinos in Russland, Israel und der DDR mit zeitgeschichtlichen Themen. Sein Buch "Gerdas Schweigen" wurde 2008 von Britta Wauer dokumentarisch verfilmt.

In ihrer Filmreihe „Das wirst du nie verstehen“ zeigen die KZ-Gedenkstätte Dachau und das Max-Mannheimer-Studienzentrum in Kooperation mit dem Filmmuseum München insgesamt fünf Filme, die in unterschiedlicher Weise den Holocaust filmisch verarbeiten. Auch wenn es unmöglich ist, die Shoah wirklich zu verstehen und treffend darzustellen, so versuchen sich Filmemacher dieser Problematik schon seit fast 70 Jahren anzunähern. Damit tragen sie maßgeblich zur Erinnerungsarbeit bei und prägen das Geschichtsverständnis der breiten Öffentlichkeit. Da die Erzählungen der Überlebenden immer weiter zurücktreten, sukzessive durch andere Darstellungsformen des Erinnerns ergänzt und mittelfristig vielleicht sogar ersetzt werden, wird die Auseinandersetzung mit diesen Bildern dringlicher denn je.

Am 10. Februar wird der letzte Dokumentarfilm der Filmreihe gezeigt:

  •  „Winterkinder – die schweigende Generation“

Auch bei dieser Veranstaltung wird der Regisseur Jens Schanze anwesend sein.

 

 

 

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