10. Dachauer Zeitzeugengespräch mit Ernst Sillem

Am Mittwoch, 25. September 2013, lädt die KZ-Gedenkstätte Dachau zum 10. Dachauer Zeitzeugengespräch mit dem niederländischen Überlebenden Ernst Sillems ein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte, der Eintritt ist kostenlos.

Ernst Sillem kommt am 14. Juli 1923 in den Niederlanden auf die Welt und verlebt dort mit seinen Geschwistern eine unbeschwerte Kindheit und Jugend. Er ist noch Schüler, als die Deutsche Wehrmacht am 10. Mai 1940 die neutralen Niederlande angreift. Nach seinem Abitur 1941 plant er, sich der englischen Armee anzuschließen, um am Krieg gegen die Deutschen teilzunehmen. Im August 1942 versucht er, zusammen mit einem Freund, auf dem Seeweg nach England zu gelangen. Doch bei schlechten Wetterverhältnissen werden sie in ihrem kleinen Boot von einer
deutschen Schiffsbesatzung aufgegriffen und verhaftet. Ernst Sillem wird als „Nacht-und-Nebel-Häftling“ eingestuft
und zunächst in den Konzentrationslagern Amersfoort und Vught in den Niederlanden inhaftiert. Von dort bringt die SS Ernst Sillem in das KZ Natzweiler in Frankreich und schließlich in das Dachauer Außenlager Allach. Im Krankenrevier des KZ Dachau wird er Ende April 1945 befreit.

Nach seiner Befreiung wandert er nach Marokko aus und gründet eine Citrus-Plantage. 1975 zieht er nach Frankreich, wo er noch heute lebt. Ernst Sillem ist Vorsitzender der Stiftung „Vriendenkring van Oud Natzweiler“ (Freundeskreis ehemaliger Natzweiler-Häftlinge).

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