Dachauer Zeitzeugengespräch mit Ennio Borgia

Am Donnerstag, den 11. Dezember 2014, lädt die KZ-Gedenkstätte Dachau zum "Dachauer Zeitzeugengespräch mit dem Überlebenden Ennio Borgia ein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte, der Eintritt ist kostenlos.

Ennio Borgia kommt am 10. Juni 1927 in Rom zur Welt und verlässt als Jugendlicher, gemeinsam mit seinem Bruder, seine Familie. Als sein älterer Bruder zum Militär einberufen wird, macht Ennio sich von Rom aus auf den Weg nach Norden, um ihn zu suchen. Auf diesem Weg gerät er in ein Feuergefecht zwischen Soldaten und Partisanen, die den Jungen aufnehmen und als Kurier einsetzen. Im April 1944 wird er in Sagredo von den Deutschen verhaftet und im Alter von 16 Jahren in das italienische Lager Risiera da San Sabba in Triest gebracht. Zwei Monate später, am 2. Juni 1944, folgt die Deportation ins KZ Dachau, wo Borgia als „politischer Häftling“ bis zu seiner Befreiung Ende April 1945 interniert ist.   

20 Tage nach seiner Befreiung macht er sich, abgemagert auf nur noch 35 Kilogramm, auf den Weg in ein neues Leben: Durch einen Zufall wird der damals 17-Jährige von einer Dachauer Familie aufgenommen. Dass die Mutter als Telefonistin im Lager gearbeitet hatte, weiß er nicht: „Ich hatte das Glück, nach meiner Befreiung auch die gute Seite der Menschen kennen zu lernen.“

Borgia geht wieder zurück nach Italien und tritt dort immer wieder als Zeitzeuge in Schulen seiner Heimatprovinz auf, um über seine Erfahrungen im Lager zu berichten.

Zurück