Zeichnungen als Überlebensstrategie und Zeugnis

Heimliche künstlerische Betätigung im Konzentrationslager war für die Inhaftierten eine Möglichkeit zur Selbstbehauptung und zur Wahrung von Individualität und Menschlichkeit. Für zahlreiche Überlebende war die Kunst eine Möglichkeit, die erlebten Gräuel zu bezeugen und zu verarbeiten.

Dr. Stefanie Pilzweger spricht über die Bedeutung von Kunst als Beweismittel und Überlebensstrategie und zeigt dies beispielhaft an Georg Tauber und Adolf Frankl. Sie bezieht sich dabei auf die Sonderausstellungen "Beweise für die Nachwelt. Die Zeichnungen des Dachau-Überlebenden Georg Tauber", die bis Ende Februar 2017 in der KZ-Gedenkstätte Dachau gezeigt wird, und "Adolf Frankl - Kunst gegen das Vergessen", die bis 25. September 2016 im NS-Dokumentationszentrum München zu sehen ist.

Der bayerische Reklamezeichner Georg Tauber war zwischen 1940 und 1945 im KZ Dachau inhaftiert. Er fertigte während seiner Haft illegale Zeichnungen an, um diese im Lager als Tauschware zu verwenden. Die Werke dokumentieren ab 1945 den gewaltsamen Alltag im KZ Dachau, die Ankunft der US-Truppen und das Lager nach der Befreiung. Tauber wollte die Verbrechen der SS festhalten und „Beweise“ für die Nachwelt schaffen.

Der aus Bratislava stammende jüdische Maler Adolf Frankl überlebte die Inhaftierung im KZ Sered und im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Im österreichischen Exil begann er, seine traumatischen Erinnerungen durch sein Kunstschaffen psychisch zu verarbeiten. Seine alptraumhaften Eindrücke versuchte er in Zeichnungen und farbintensiven Gemälden zu bannen.

Veranstaltungsort: NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium

Eintritt/ Anmeldung: Der Eintritt ist frei. Mit einer Voranmeldung per Email sichern Sie sich einen Sitzplatz: veranstaltungen.nsdoku(at)muenchen.de

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