Zeitzeugengespräch mit Leon Schwarzbaum am "Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus"

Leon "Henry" Schwarzbaum wird am 20. Februar 1921 in Hamburg geboren. Als er drei Jahre alt ist, ziehen seine Eltern nach Bedzin in Oberschlesien, die Heimat seiner Mutter. Leon wächst in der jüdisch geprägten Stadt unbeschwert auf und macht mit Freunden Musik. Er liebt den amerikanischen Swing, und die Freunde gründen eine Swing-Band namens "Jolly Boys". Doch mit Kriegsbeginn im September 1939 endet das friedliche Leben. SS und Polzeieinheiten setzen die Synagoge mit den darin befindlichen Menschen in Brand und erschießen andere jüdische Bürger. Die Familie muss bald ins Ghetto umziehen und wird 1943 nach Auschwitz deportiert. Leon wird vorher von der Familie getrennt. Als er in Auschwitz ankommt, sind seine Angehörigen bereits ermordet worden. Leon überlebt zwei Jahre in Auschwitz. Als die Lager wegen der heranrückenden Roten Armee geräumt werden, kommt er erst ins KZ Buchenwald, dann in das KZ Sachsenhausen bzw. das Außenlager Haselhorst. Von Sachsenhausen aus wird er auf einen Todesmarsch geschickt. Kurz vor Schwerin wird Leon von amerikanischen Streitkräften befreit. 

2016 war Leon "Henry" Schwarzbaum Nebenkläger im Prozess gegen den Auschwitz-Wachmann Reinhold Hanning in Detmold.

Das Zeitzeugengespräch mit Leon "Henry" Schwarzbaum findet am 27. Januar 2017 um 19 Uhr im Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau, statt. Frau Dr. Gabriele Hammermann, der Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, übernimmt die Moderation. Der Eintritt ist frei.

Zurück