Veranstaltungen der Bildungsabteilung 2011
Zusätzlich zu den regelmäßigen Rundgängen bietet die Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau zwischen Mai und November 2011 Rundgänge und Exkursionen mit besonderen Schwerpunktthemen an. Darunter finden sich deutsche, englische und italienische Angebote, die in einem Veranstaltungskalender zusammengefasst sind. Dieser kann hier heruntergeladen werden [500 KB].
Offene Führung mit Schwerpunktthema: Jüdische Häftlinge im Konzentrationslager Dachau
Sonntag, 13.11.2011, 12.00–14.30 Uhr
- Referentin: Barbara Hutzelmann
- Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau
- Anmeldung an der Infotheke des Besucherzentrums am Veranstaltungstag bis spätestens 11.45 Uhr
- Kosten: 3 Euro
Die unbeschreiblichen Grausamkeiten und Erniedrigungen durch SS und Funktionshäftlinge trafen die jüdischen Häftlinge mehr als andere Inhaftierte. In den Augen der SS bildeten die jüdischen Häftlinge die niedrigste Stufe
der Lagerhierarchie. Bis 1938 wurden jüdische Häftlinge formal nicht aus „rassischen“ Gründen in Konzentrationslagern inhaftiert, sondern etwa wegen angeblicher politischer Vergehen oder krimineller Handlungen. Sie wurden aber stets als Juden gekennzeichnet. Menschen jüdischen Glaubens oder (aus nationalsozialistischer Sicht) jüdischer Herkunft wurden nach dem Novemberpogrom 1938 aus dem Deutschen Reich und aus Österreich
in KZs verschleppt. Ab 1944 wurden in den Außenlagern Dachaus Tausende von Juden zur Zwangsarbeit eingesetzt. Im KZ Dachau waren etwa 25% aller Gefangenen Juden, also ca. 50 000 Menschen. Mindestens 11 250, mehr als ein Fünftel aller Juden im KZ Dachau, starben im Lager. Der Rundgang gibt einen Überblick über die Geschichte des Konzentrationslagers Dachau und nimmt dabei besonders das Schicksal der jüdischen Häftlinge in den Blick.
Offene Führung mit Schwerpunktthema: Homosexuelle Häftlinge im Konzentrationslager Dachau
Sonntag, 16.10.2011, 12.00–14.30 Uhr
- Referent: Albert Knoll
- Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau
- Anmeldung an der Infotheke des Besucherzentrums am Veranstaltungstag bis spätestens 11.45 Uhr
- Kosten: 3 Euro
Homosexuelle Männer und als homosexuell denunzierte Männer wurden
schon 1933, verstärkt aber ab 1940 verfolgt, in Konzentrationslagern
inhaftiert und von der SS besonders schikaniert. Ab 1937 wurden sie mit
einem rosa Winkel gekennzeichnet. Es sind 585 Häftlinge namentlich
bekannt, die als „Homosexuelle“ im KZ Dachau registriert wurden.
120 von ihnen starben im KZ Dachau und seinen Außenlagern. Die
Diskriminierung der Homosexuellen setzte sich auch nach der Herrschaft
der Nationalsozialisten in beiden deutschen Staaten fort. Bis Ende der
1960er Jahre waren homosexuelle Handlungen in der Bundesrepublik
Deutschland (§ 175 StGB) strafbar. Homosexuelle Opfer des
Nationalsozialismus waren im Bundesentschädigungsgesetz vom Kreis der
Anspruchsberechtigten ausgeschlossen.
Mit einer Führung durch das Museum sowie durch das Gedenkstättengelände
wird die Verfolgung Homosexueller während des Nationalsozialismus
vermittelt.
Offene Führung mit Schwerpunktthema: Biografisch-literarischer Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Dachau
Geführte Exkursion zu Gedenkorten in der Umgebung der KZ-Gedenkstätte
Offene Führung mit Schwerpunktthema: "Frauen im Konzentrationslager Dachau"
Sonntag, 21.08.2011, 12.00–14.30 Uhr
- Referentin: Emma Alborghetti
- Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau
- Anmeldung an der Infotheke des Besucherzentrums am Veranstaltungstag bis spätestens 11.45 Uhr
- Kosten: 3 Euro
Das Schicksal der weiblichen Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau ist ein oft nur wenig berücksichtigter Aspekt der Geschichte des Lagers. Zwar waren im Stammlager vor allem Männer eingesperrt, doch in den Außenlagern befanden sich auch weibliche KZ-Häftlinge. Der Rundgang gibt einen Überblick über die Geschichte des Konzentrationslagers Dachau und nimmt dabei besonders das Schicksal von Frauen im Konzentrationslager Dachau in den Blick.