Virtueller Rund·gang

9 Baracken (Ausstellung)

Die ehemalige Lager·straße und die rekonstruierten Baracken. Das Foto ist von 2017. (KZ-Gedenk·stätte Dachau)

Die ehemalige Lager·straße und die rekonstruierten Baracken.
Das Foto ist von 2017.
(KZ-Gedenk·stätte Dachau)

Station 9 sind die Baracken.

Die Baracken heute
Am Anfang der ehemaligen Lager·straße stehen 2 Baracken.
Diese Baracken sind nicht von früher.
Diese Baracken wurden rekonstruiert.
Die Baracken wurden nämlich 1965 nach·gebaut.
In der rechten Baracke ist heute eine Ausstellung.
In der Ausstellung geht es um die Baracken früher.
Und um die Lebens·umstände von den Häftlingen.
Das heißt:
Wie die Häftlinge in den Baracken gelebt haben.

Früher gab es noch 32 Baracken.
Von diesen Baracken gibt es heute Grund·risse.
Diese Grund·risse sind Linien auf dem Boden.
Diese Linien zeigen:
Hier haben die Baracken gestanden.
Und so groß waren diese Baracken.
Die Linien sind erhöht.
Die Grund·risse sind aus Beton.
Diese Grund·risse wurden 1965 gemacht.

Die Baracken früher
1937 bis 1938 wurde das Häftlings·lager vergrößert.
Deshalb wurden 34 Baracken gebaut.
30 von den Baracken waren Wohn·baracken.
Die 4 anderen Baracken waren Funktions·baracken.
Von 1964 bis 1965 wurden alle Baracken abgerissen.

Wohn·baracken
In den Wohn·baracken haben die Häftlinge gewohnt.
Bei den Häftlingen hatten die Wohn·baracken den Namen: Block.
In jeder Wohn·baracke waren 4 Stuben.
Jede Stube hatte 2 Räume.
Ein Raum war der Wohn·raum.
In dem Wohn·raum waren Tische und Hocker.
Und Spinde.
Ein Spind ist ein sehr schmaler Schrank.
Der andere Raum war ein Schlaf·raum.
In dem Schlaf·raum waren Stock·betten.
Stock·betten sind drei Betten übereinander.
Die Stock·betten waren aus Holz.
In jeder Wohn·baracke sollten 200 Häftlinge leben.
Am Ende vom 2. Welt·krieg haben aber
viel mehr Häftlinge in den Wohn·baracken gelebt.
In jeder Wohn·baracke haben dann über 2.000 Häftlinge gelebt.
Deshalb waren die Wohn·baracken extrem über·füllt.

Die Vorschriften in den Wohn·baracken
Die SS-Block·führer waren für die Baracken zuständig.
Die SS-Block·führer waren SS-Männer.
Die SS-Block·führer haben die Baracken überwacht.
Und die SS-Block·führer haben die Baracken kontrolliert.
Die Baracken mussten nämlich immer ordentlich sein.
Dafür haben die SS-Block·führer Vorschriften gemacht.
Diese Vorschriften waren zum Beispiel:

  • Die Fuß·böden müssen sauber sein.
  • Die Spinde müssen richtig eingeräumt sein.
  • Die Betten müssen immer gemacht sein.

Manchmal haben Häftlinge die Vorschriften nicht genau eingehalten.
Zum Beispiel weil die Häftlinge krank waren.
Oder weil die Häftlinge müde waren.
Dann wurden die Häftlinge hart bestraft.

Funktions·baracken
Die erste Funktions·baracke auf der linken Seite hatte verschiedene Funktionen.
Zum Beispiel:

  • als Kantine
  • als Lager·schreib·stube
  • als Bücherei
  • als SS-Museum
  • als Schulungs·räume für Funktions·häftlinge

In den Baracken auf der rechten Seite war das Kranken·revier.
Am Anfang war das Kranken·revier in den ersten 2 Baracken auf der rechten Seite.
Später war das Kranken·revier in 7 Baracken.
Mehr Informationen zum Kranken·revier
finden Sie bei Station 10

Hinter dem Kranken·revier waren die Straf·blöcke.
Die SS wollte manche Häftlinge besonders schwer bestrafen.
Diese Häftlinge mussten in den Straf·blöcken wohnen.
In den Straf·blöcken war die Arbeit besonders schwer.
Und die Häftlinge wurden besonders schlecht versorgt.
Und die Häftlinge wurden besonders schlimm misshandelt.

Hinter dem Kranken·revier waren auch Quarantäne·baracken für neue Häftlinge.
Neue Häftlinge mussten zuerst eine Zeit in den Quarantäne·baracken bleiben.
So wollte die SS testen:
Sind diese Häftlinge krank?
So wollte die SS Krankheiten im KZ bekämpfen.

Häftlinge in den Stock·betten nach der Befreiung vom KZ Dachau. Das Foto ist von Mai 1945. (USHMM)

Häftlinge in den Stock·betten nach der Befreiung vom KZ Dachau.
Das Foto ist von Mai 1945.
(USHMM)

Jean Bernard hat von den Vorschriften in den Wohn·baracken erzählt:
"Die Vorschriften in den Wohn·baracken waren Blöd·sinn.
Zum Beispiel mussten wir Betten bauen.
Wir hatten keine Matratzen.
Wir haben auf Stroh·säcken geschlafen.
Diese Stroh·säcke waren rund.
Aber die Vorschriften haben gesagt:
Die Stroh·säcke müssen eckig sein.
Deshalb mussten wir die Stroh·säcke eckig machen.
Das war sehr schwer.
Wir haben zuerst mit einem Stock in dem Stroh·sack gestochert.
Dann haben wir das Bett·laken über den Stroh·sack gezogen.
Und dann haben wir das Bett·laken gebügelt.
Am Ende war der Stroh·sack dann eckig."

Jean Bernard war Häftling in Dachau.
Jean Bernard war von 1941 bis 1942 Häftling in Dachau.
Jean Bernard hat in den Wohn·baracken gelebt.