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Workshop zur Neugestaltung der Ausstellung in der rekonstruierten Baracke

 |  27. Februar 2026

Die Leitungsrunde stellt die Neugestaltung der Baracke Ost vor (v.l. Dr. Gabriele Hammermann, Dr. Christoph Thonfeld und Dr. Kerstin Schwenke).

Die Leitungsrunde stellt die Neugestaltung der Baracke Ost vor (v.l. Dr. Gabriele Hammermann, Dr. Christoph Thonfeld und Dr. Kerstin Schwenke).

Im Rahmen des ersten Maßnahmenpakets „Lernen am Ort – Lernen vom Ort“ zur Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Dachau soll auf dem historischen Gelände in den beiden im Zuge der Eröffnung der KZ-Gedenkstätte Dachau 1965 entstandenen rekonstruierten Baracken ein modernes Lern- und Ausstellungszentrum entstehen. In diesem Rahmen wird auch der Ausstellungsbereich in der östlichen rekonstruierten Baracke neu konzipiert.  Der Prozess der Neugestaltung ist durch einen intensiven Austausch und eine Beteiligung verschiedener erinnerungskultureller Akteure und Akteurinnen gekennzeichnet.

Am 10. Dezember 2025 stellte die Leitungsrunde der KZ-Gedenkstätte Dachau in einem Workshop mit lizenzierten Rundgangsleitungen die bislang entwickelten konzeptionellen Überlegungen zur Neugestaltung der zukünftigen Museumsbaracke vor. Zentrales Prinzip ist dabei, den fälschlich entstehenden Eindruck von Authentizität der Baracke zu brechen und die Rekonstruktion als solche bewusst hervorzuheben. Gleichzeitig soll die zukünftige Ausstellung die Perspektive der Häftlinge sowie ihre Lebensrealität und individuellen Erfahrungen in den Baracken in den Mittelpunkt rücken.

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Workshops lag auf der Einbindung der Erfahrungen, Anregungen und Rückmeldungen der Rundgangsleitungen aus ihrer täglichen Vermittlungsarbeit. Die Teilnehmenden berichteten zunächst von ihrer Arbeit mit der aktuellen Ausstellung in der östlichen rekonstruierten Baracke in ihren Führungen und skizzierten anschließend ihre Vorstellungen zur Neukonzeption. In Kleingruppen wurden mit der Methode des World Cafés einzelne Ausstellungsthemen vertieft diskutiert und kommentiert – darunter Ideen für ein partizipatives Lernlabor, die Einbettung des gesamten Areals der früheren Baracken in die neue Ausstellung und der Umgang mit den aktuell gezeigten Großobjekten wie den rekonstruierten Stockbetten sowie die Einbeziehung weiterer Objekte. Anschließend zeichneten die Teilnehmenden während einer „Visitor Journey“ ihre Vorstellungen zur Nutzung der neuen Ausstellung mit Gruppen in Grundrisspläne ein.

Die Leitungsrunde bespricht zusammen mit den Rundgangsleitungen die Neugestaltung der Baracke Ost.
Die Leitungsrunde bespricht zusammen mit den Rundgangsleitungen die Neugestaltung der Baracke Ost.
Rundgangsleitungen diskutieren den Neugestaltungsplan der Baracke Ost.
Rundgangsleitungen diskutieren den Neugestaltungsplan der Baracke Ost.

Im Workshop kam es zu einem intensiven Austausch und es entstanden zahlreiche Ideen für die Gestaltung der zukünftigen Ausstellung. Da die Rundgangsleitungen täglich auf dem Gelände im direkten Austausch mit den Besuchenden sind und in ihren Führungen mit den Ausstellungen arbeiten, stellen ihre Erfahrungen einen wichtigen Beitrag zum weiteren Neugestaltungsprozess dar. Die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau Dr. Gabriele Hammermann zeigte sich sehr angetan vom Verlauf und den Ergebnissen des Workshops: „Es freut mich außerordentlich, dass sich so viele Rundgangsleiterinnen und -leiter in den Workshop eingebracht haben und uns ihre Erfahrungswerte und Wünsche für die angelaufene Neugestaltung mitgeteilt haben. Wir haben einmal mehr spannende Impulse erhalten, die wir versuchen, bei der weiteren Planung zu berücksichtigen. Das Besondere und mitunter Überraschende an dem Beteiligungsprozess sind die neuen Perspektiven, die sich uns eröffnen und auch zusätzliche Kreativität freisetzen.“

Die KZ-Gedenkstätte Dachau bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für ihren wertvollen Input.