Dauerausstellungen

Hauptausstellung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude

Im Zentrum der Hauptausstellung steht das Schicksal der Häftlinge. Das Leitmotiv ist der „Weg der Häftlinge“: die Ankunft im KZ, das Leben im Lager, der Weg in den Tod oder in die Befreiung. Vermittelt wird dies durch Berichte und Zeichnungen der Häftlinge, durch Biographien, aber auch durch die historischen Orte selbst.

Als Gestaltungselemente in der Ausstellung innerhalb des Gebäudes gibt es Fahnen (mit biographischen Informationen zu den Gefangenen sowie Informationen zu Häftlingsgruppen) und Tafeln (zur Erläuterung des historischen Hintergrunds). Seit mehreren Jahren wird die Ausstellung mit Objekten, Video- und Medienstationen ergänzt.

Die Ausstellung ist in sechs Abschnitte eingeteilt, die sich in 13 Räumen bzw. Abteilungen befinden.

Großer weiß gestrichener Raum, in der Mitte durch Säulenbögen unterteilt. Der Betonboden ist uneben.

Häftlingsbad

Großer Raum, der durch Säulen und Ausstellungsvitrinen in der Mitte geteilt ist.

Schubraum

Gliederung der Ausstellung

Die Abteilungen 1 und 2 erläutern das nationalsozialistische Lagersystem und den Weg in die NS-Diktatur. Die Geschichte des Konzentrationslagers Dachau von 1933 bis 1945 wird in drei Kapiteln erzählt. Die Vorgabe zu dieser Einteilung lieferte der tschechische Historiker und KZ-Überlebende Stanislav Zámečník in seiner Darstellung „Das war Dachau“. Darin beschreibt er drei Phasen der Entwicklung des Konzentrationslagers Dachau als Terrorinstrument der SS.

Die erste Phase (Abteilungen 3 bis 6) erstreckt sich von 1933 bis 1939, als das Konzentrationslager Instrument des Terrors zur Ausschaltung der politischen Opposition und zur Verfolgung sogenannter „Gemeinschaftsfremder“ war. Die Konzentrationslager trugen damit entscheidend zu Machtsicherung und Machtausbau der Nationalsozialisten sowie auch zur Kriegsvorbereitung bei.

Die zweite Phase (Abteilung 7) ist die Zeit der militärischen Erfolge 1939 bis 1941, als die Konzentrationslager zum Werkzeug der Kriegspolitik wurden: Häftlingsarbeit wurde zum Instrument der Vernichtung, nicht mehr „arbeitsfähige“ Häftlinge wurden in Tötungsanstalten umgebracht, und die Lager entwickelten sich zu Mordstätten, in denen Angehörige der Intelligenz aus den von den Deutschen besetzten Gebieten sowie sowjetische Kriegsgefangene hingerichtet wurden.

Die dritte Phase (Abteilungen 8 bis 12) zwischen 1942 und 1945 trägt die Überschrift „Einsatz der Häftlinge in der Rüstungsindustrie“. Die Ausstellung dokumentiert die letzten Jahre des Konzentrationslagers Dachau als Zentrum eines Netzes von Außenlagern in Süddeutschland und Österreich. Am Ende steht die Befreiung.

Der letzte Ausstellungsbereich (Abteilung 13) dokumentiert die Nachkriegsgeschichte und die Geschichte der KZ-Gedenkstätte.

Am Ende der Dauerausstellung befindet sich der Gedenkraum. Im Gedenkraum am Ende der Hauptausstellung der KZ-Gedenkstätte Dachau befinden sich aktuell über 130 Gedenktafeln und Gedenksteine. Der Raum dient zur Erinnerung an einzelne Persönlichkeiten und Personengruppen, die im KZ Dachau inhaftiert waren. Für Privatpersonen und Institutionen besteht die Möglichkeit, Tafeln zur Erinnerung an Opfer des KZ Dachau zu stiften. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Verwaltung der Gedenkstätte.

Die Texte in der Ausstellung und im Außenbereich sind zweisprachig (Deutsch und Englisch). Die Ausstellungstafeln können auf der Website des Hauses der Bayerischen Geschichte als pdf-Dateien heruntergeladen werden.

Geschichte der Ausstellung

Die aktuelle Hauptausstellung der KZ-Gedenkstätte Dachau wurde im Jahr 2003 eröffnet. Ab 1997 war die Neugestaltung vom Haus der Bayerischen Geschichte in Abstimmung mit dem Comité International de Dachau und unter Einbeziehung der Leitung der KZ-Gedenkstätte durchgeführt worden. Ein wissenschaftlicher Fachbeirat begleitete das Projekt. Für die Baumaßnahmen war das Staatliche Hochbauamt Freising verantwortlich. Das Gesamtprojekt wurde von der Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit verantwortet.