„Die Befreiung“ – Virtueller Rundgang, Augmented Reality-App und Podcast

Anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau gibt es erstmals die Gelegenheit, das Geschehen der Befreiung mithilfe von Augmented Reality, also erweiterter Realität, nachzuvollziehen. Ein virtueller Rundgang sowie eine App projizieren historische Fotos in die Gegenwart. Das digitale Angebot „Die Befreiung“ hat der Bayerische Rundfunk in enger Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Dachau entwickelt. Die Arbeit der KZ-Gedenkstätte an dem Projekt wird durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ finanziell unterstützt.

Virtueller Rundgang

Im virtuellen Rundgang werden Ausschnitte historischer Bilder schrittweise über Fotos der gegenwärtigen Gedenkstätte gelegt. Die Kombination von aktuellen Bildern des Geländes mit Originalfotos der Befreiung wird wiederum durch Audioeinspielungen ergänzt. Hier kommen Häftlinge, Befreier sowie Journalistinnen und Journalisten zu Wort, woraus sich ein multiperspektivischer Blick auf den Ablauf der Befreiung eröffnet. Die Gedenkstätte fungiert somit als eine Art Leinwand, auf der durch multimediale Inhalte ein unmittelbares audiovisuelles Bild von der Befreiung des KZ Dachau entsteht.

Der virtuelle Rundgang stellt die Inhalte unabhängig vom historischen Ort zur Verfügung und ist sowohl am PC, als auch am Smartphone oder Tablet nutzbar. Er ist über die Webseite www.br.de/diebefreiung erreichbar.

Augmented Reality-App

Die Inhalte des virtuellen Rundgangs können mithilfe einer Augmented Reality-App auch vor Ort auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau betrachtet werden. Die App „Die Befreiung AR” leitet die Besucherinnen und Besucher mit ihrem eigenen Smartphone oder Tablet über den Erinnerungsort und platziert die historischen Fotos oftmals direkt an den Standpunkten, an denen sie aufgenommen wurden. Auch in der App sind die Erinnerungen der historischen Akteure hörbar. Der Rundgang mit der App umfasst fünf Stationen im Außenbereich der Gedenkstätte und dauert etwa eine Stunde.

(Web-)Workshop-Angebot

Dieses digitale Angebot wird seitens der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau von einem Workshop-Programm für interessierte Schulklassen, Studierenden- und Jugendgruppen begleitet werden, sobald es die Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen wieder zulassen. Gegenwärtig besteht die Möglichkeit, Web-Workshops zu buchen. Interessierte wenden sich bitte an befreiungapp@kz-gedenkstaette-dachau.de.

„Die Befreiung – Die letzten Stunden in den Konzentrationslagern Flossenbürg und Dachau” Ein Podcast von Bayern 2

Die Geschichten einzelner Häftlinge und Befreier aus dem virtuellen Rundgang werden in einem dazugehörigen Podcast von Bayern 2 vertieft und um Schicksale aus dem KZ Flossenbürg ergänzt. Ab dem 15.4.2020 ist wöchentlich eine neue Folge in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks verfügbar.

Sprachen, Barrieren, Praktische Hinweise

Sowohl der virtuelle Rundgang als auch die App „Die Befreiung AR“ stehen in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung. Die Podcast-Sprache ist Deutsch. Die kostenlose App „Die Befreiung AR“ ist sowohl für iOS als auch Android verfügbar und kann in den App-Stores heruntergeladen werden. Um die Anwendung während eines Besuches der KZ-Gedenkstätte unmittelbar nutzen zu können, wird ein vorheriger Download empfohlen. Das empfohlene Mindestalter zur Nutzung von „Die Befreiung“ beträgt 14 Jahre.

Das digitale Storytelling-Projekt „Die Befreiung“ ist nicht vollständig barrierefrei. Es wurde jedoch auf einfache und leicht verständliche Texte geachtet. Im virtuellen Rundgang sowie in der App sind darüber hinaus die Erinnerungen der historischen Akteure sowohl als Audio als auch in Textform verfügbar. Die dazugehörigen Fotos sind durch Alternativtexte ausschließlich im virtuellen Rundgang per Screenreader auslesbar. Die AR-App „Die Befreiung AR“ verfügt über Audio-Optionen zum Auslesen von Buttons und Steuerungsbefehlen.

 

Bildrechte Header: Archiv KZ-Gedenkstätte Dachau/Montage BR, Christopher Roos von Rosen.

 

Mit freundlicher Unterstützung durch die Stiftung EVZ und Die Zeichensetzer