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Bundesweites GedenkstättenSeminar in Dachau diskutiert Aus- und Fortbildung in der gedenkstättenpädagogischen Praxis

 |  17. Juni 2026

Key Visual 70. bundesweites Gedenkstättenseminar

  • „Learning by Doing? Aus- und Fortbildung für die gedenkstättenpädagogische Praxis“
  • 130 Teilnehmende aus Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Initiativen
  • Kooperation von Max Mannheimer Studienzentrum Dachau, Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors, Bundeszentrale für politische Bildung und KZ-Gedenkstätte Dachau

Unter dem Titel „Learning by Doing? Aus- und Fortbildung für die gedenkstättenpädagogische Praxis“ kamen vom 10. bis 12. Juni 2026 rund 130 Fachkräfte aus Gedenkstätten, Dokumentationszentren und verschiedenen Initiativen zur Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen im Max Mannheimer Haus in Dachau zusammen. Das 70. Bundesweite GedenkstättenSeminar widmete sich der Frage, wie diejenigen qualifiziert werden können, die Bildungsangebote an historischen Orten entwickeln und durchführen.

Learning by Doing? Aus- und Fortbildung für die gedenkstättenpädagogische Praxis

Besuche an Gedenkstätten und Dokumentationszentren erfreuen sich seit Jahren großer gesellschaftlicher Nachfrage. Hunderttausende Menschen nehmen jährlich an Führungen, Seminaren und Projekten teil. Vor diesem Hintergrund diskutierten die Teilnehmenden des Seminars, welches Handwerkszeug für die gedenkstättenpädagogische Praxis benötigt wird, welche Aus- und Fortbildungsmodelle sich bewährt haben und wie die vielfältige Gedenkstättenlandschaft künftig noch stärker voneinander lernen kann.

„Mit dem Bundesweiten GedenkstättenSeminar verbinden sich Kontinuität und Bewegung zugleich“, sagte Julana Bredtmann vom Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors zur Eröffnung. „Es bringt theoretische Impulse und praktische Erfahrungen zusammen und schafft Räume für Wissenstransfer, Austausch und kritische Selbstverständigung – insbesondere in Zeiten, in denen Gedenkstätten zunehmend unter gesellschaftlichem und politischem Druck stehen.“

Tagungsort war das Max Mannheimer Haus in Dachau, dass seit 2016 den Namen des Auschwitz- und Dachau-Überlebenden trägt. „Als außerschulische Bildungseinrichtung bietet das Studienzentrum seit vielen Jahren vor allem mehrtägige Seminare für Jugendliche und junge Erwachsene aus dem In- und Ausland an. Aber auch die Aus- und Fortbildung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sind Teil unseres Angebotes,“ betonte Felizitas Raith, Leiterin des Max Mannheimer Studienzentrums.

In Vorträgen, Podiumsgesprächen und insgesamt 14 Workshops setzten sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Ansätzen der Aus- und Fortbildung in der Gedenkstättenpädagogik auseinander. Diskutiert wurden aktuelle Herausforderungen der Vermittlungsarbeit, professionelle Rollenbilder und Kompetenzprofile für pädagogische Fachkräfte sowie Ausbildungs- und Fortbildungskonzepte für Guides und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Weitere Workshops handelten von der Qualifizierung von Jugendguides, der Zusammenarbeit mit gehörlosen Guides und Fragen inklusiver Bildungsarbeit. Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmenden mit antisemitismus- und antiziganismuskritischen Bildungsansätzen, mit Erinnerungsarbeit in ländlichen Räumen sowie mit der Reflexion professioneller Haltungen in der historisch-politischen Bildungsarbeit. Praxisorientierte Übungen, Erfahrungsaustausch und die gemeinsame Entwicklung von Handlungsperspektiven standen dabei im Mittelpunkt.

Die Leiterin der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau, Dr. Kerstin Schwenke, begrüßte die Teilnehmenden und betonte die große Bedeutung des Seminarthemas: „Wir konzipieren jeden Ausbildungskurs aufs Neue und sind der Ansicht, dass man gar nicht genug Gedanken und Energie in die Aus- und Fortbildung derjenigen stecken kann, denen die Besuchenden von Gedenkstätten ganz direkt begegnen.“

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) begleitet das Bundesweite GedenkstättenSeminar seit seinen Anfängen und ist 2026 bereits zum 49. Mal an seiner Ausrichtung beteiligt. „Die kontinuierliche Zusammenarbeit, Stärkung und Weiterentwicklung der dezentralen und pluralen Gedenkstättenlandschaft zählt seit vielen Jahren zur DNA unserer Bildungsarbeit“, hieß es im Grußwort von Charlotte Jahnz von der bpb. Zugleich wurde die Bedeutung inklusiver Bildungsangebote hervorgehoben: Das gesamte Seminar wurde in Deutsche Gebärdensprache (DGS) verdolmetscht.

Informationen zum GedenkstättenSeminar

Das Bundesweite GedenkstättenSeminar ist das älteste Fortbildungs- und Vernetzungsformat der dezentralen Gedenkstättenlandschaft zu den NS-Verbrechen. Die KZ-Gedenkstätte Dachau ist bereits zum fünften Mal Gastgeberin eines bundesweiten Treffens von Gedenkstättenmitarbeitenden.

Veranstalter des 70. Bundesweiten GedenkstättenSeminars waren die KZ-Gedenkstätte Dachau, das Max Mannheimer Studienzentrum Dachau, das Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors und die Bundeszentrale für politische Bildung.