Pressemitteilung

Gedenkveranstaltung anlässlich des 85. Jahrestags des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion

 |  10. Juni 2026

  • Exkursion zum Gedenkort am 20. Juni 2026
  • Gedenkveranstaltung am 22. Juni 2026
  • Erweiterung der Installation „Ort der Namen“

Am Montag, 22. Juni 2026 findet um 16.30 Uhr eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 85. Jahrestags des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion am Gedenkort ehem. SS-Schießplatz Hebertshausen statt. Nach einer Begrüßung durch Dr. Christoph Thonfeld, Stellvertretender Leiter der KZ-Gedenkstätte Dachau und Leiter der wissenschaftlichen Abteilung, stellt der Historiker Dr. Reinhard Otto das Vorgehen bei der Recherche der Namen der Ermordeten vor. In den vergangenen Jahren konnten fast 200 weitere Namen von Opfern in Erfahrung gebracht werden, die 2025 in die Installation „Ort der Namen“ aufgenommen wurden. Zur Gedenkveranstaltung erscheint die Neuauflage der Broschüre „Ort der Namen“ mit den Namen aller Erschießungsopfer, die bisher ermittelt werden konnten, in lateinischer und kyrillischer Schrift. Die Gedenkveranstaltung ist eine Kooperation des Fördervereins für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau e.V. und der KZ-Gedenkstätte Dachau. Weitere Informationen unter www.kz-gedenkstaette-dachau.de.

Themenrundgang zum Gedenkort

Zwei Tage vor der Gedenkveranstaltung findet die Exkursion „Gedenkort ehemaliger SS-Schießplatz Hebertshausen“ statt. Der Rundgang am Samstag, 20. Juni 2026, um 14.00 Uhr geht sowohl auf die historischen Ereignisse als auch auf den Umgang mit dem Ort nach 1945 ein. Treffpunkt ist der Parkplatz des Gedenkorts ehemaliger SS-Schießplatz Hebertshausen, 85221 Dachau. Tickets können für den Preis von 4 € (2 € ermäßigt) sowohl online als auch am Tag der Veranstaltung um 13.45 Uhr am Treffpunkt gekauft werden. Das Angebot richtet sich an Personen ab 13 Jahren. Mehr Informationen sind unter www.kz-gedenkstaette-dachau.de/veranstaltungen/ zu finden.

Historischer Hintergrund

Am 22. Juni 1941 begann das Deutsche Reich einen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Gegen geltendes Völkerrecht lieferten Wehrmacht und Gestapo aus deutschen Kriegsgefangenenlagern insgesamt mehr als 40.000 sowjetische Offiziere, kommunistische Funktionäre, Intellektuelle, Juden und willkürlich ausgewählte Gefangene der Ermordung in Konzentrationslagern aus. Das KZ Dachau und der SS-Schießplatz Hebertshausen gehörten zu den zentralen Exekutionsorten für sowjetische Kriegsgefangene im deutschen Reichsgebiet. SS-Einheiten des Konzentrationslagers Dachau ermordeten hier von September 1941 bis Sommer 1942 über 4.000 Gefangene.

Seit den 1990er Jahren veranstaltet der Förderverein für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit am 22. Juni, dem Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, Gedenkfeiern auf dem ehemaligen SS-Schießplatz. 1998 wurde das Areal Teil der KZ-Gedenkstätte Dachau. Seit 2014 ist dort ein Gedenkort entstanden, an dem die Namen der Erschießungsopfer, die bisher ermittelt werden konnten, ihren Platz gefunden haben und eine Außenausstellung über das historische Geschehen informiert.


Gedenkveranstaltung anlässlich des 85. Jahrestags des Überfalls auf die Sowjetunion
Montag, 22. Juni 2026 | 16.30 – 18.00 Uhr
Gedenkort ehem. SS-Schießplatz Hebertshausen, 85221 Dachau

Der Gedenkort ist eingeschränkt barrierefrei zugänglich.
Parkplätze sind am Gedenkort ehem. SS-Schießplatz Hebertshausen vorhanden.