"Plantage"

Gewächshäuser der „Plantage“, 1941 (Fotografie der SS)

1938 mussten KZ-Häftlinge östlich der Alten Römerstraße eine große Kräutergartenanlage ("Plantage") errichten. Der Anbau einheimischer Kräuter war von der "Arbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde" angeregt worden und auf besonderes Interesse beim "Reichsführer SS" Heinrich Himmler gestoßen. Deutschland sollte von der Einfuhr ausländischer Medikamente und Gewürze unabhängig werden. Während des Krieges wuchs die ökonomische Bedeutung der Häftlingsarbeit im Kräutergarten.

Zeichnung eines Häftlings von der "Plantage"
Rückkehr von der "Plantage" (Zeichnung von Hans Quaeck, 1955)

Mit Drohungen und Schlägen trieben SS-Posten die KZ-Häftlinge zur Arbeit auf dem großen Freigelände an, willkürlich wurden Häftlinge "auf der Flucht erschossen". Weniger brutale Arbeitsbedingungen bestanden nur in den Gebäuden oder Gewächshäusern. Ein Malerkommando sollte hier für Himmler ein Pflanzenherbarium anfertigen. Unter Lebensgefahr hielten einige dieser Häftlinge die Verbrechen der SS-Posten in heimlichen Notizen fest.

Die SS hatte im Kräutergarten auch einen Laden eingerichtet, um Produkte der Plantage an die Bewohner aus Dachau und den Nachbargemeinden zu verkaufen. Einzelnen Häftlingen gelang es, hier heimlichen Kontakt zur Zivilbevölkerung aufzunehmen.