Adam Kozlowiecki, SJ (01.04.1911 – 28.09.2007)

 

Adam Kozlowiecki wurde am 1. April 1911 in Huta Komorowska in Polen geboren. Nach seiner Schulzeit trat er in Krakau in den Jesuitenorden ein und wurde 1937 in Lublin zum Priester geweiht. Nach dem deutschen Angriff auf Polen wurde er am 10. November 1939 zusammen mit 24 Jesuiten in Krakau von der Gestapo verhaftet.

Nach Gefängnisaufenthalten in Krakau und Wisnicz kam er am 20. Juni 1940 nach Auschwitz, am 10. Dezember 1940 in das KZ Dachau. Bis zur Befreiung des KZ am 29. April 1945 war er in Haft, meist in den Priesterblöcken. Sein Bruder Czeslaw wurde im Krieg von Deutschen ermordet.

Adam Kozlowiecki kehrte nicht nach Polen zurück. Vom Orden wurde er, der mehrere Fremdsprachen konnte, als Missionar nach Afrika gesandt, in eine von polnischen Jesuiten geleitete Mission im damaligen Nordrhodesien, wo er als Lehrer und Priester tätig war. 1955 wurde er Bischof, 1959 Erzbischof von Lusaka. 1969 trat er zurück, um einheimischen Priestern die Nachfolge zu ermöglichen. Er arbeitete weiter als Missionar in Sambia. Papst Johannes Paul II ernannte ihn 1998 zum Kardinal. Kozlowiecki starb am 28. September 2007 in Sambia.

Mehrmals war er nach dem Krieg in Dachau und München (1960, 1972, 1987). Als ‚Missionar gegen den Hass‘ setzte er sich sehr für die Anerkennung der Menschenrechte ein. Trotz seiner schmerzlichen Erfahrungen war er stets um Verständnis, Versöhnung und Brückenbau bemüht. Vor der Abreise nach Afrika 1946 hatte er auf Wunsch seiner Obern in Rom seine Erinnerungen an die Haftzeit aufgeschrieben. Zwanzig Jahre später, 1967, erschienen sie in Polen als Buch.

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