Hermann E. Riemer (06.05.1903 – unbekannt)

 

Hermann E. Riemer wurde 1903 am Harz, in Nordhausen/Thüringen geboren. Er stammte aus einer Handwerkerfamilie und war von Beruf Bildhauer. Er arbeitete an der Baugewerkschule in Erfurt und widmete sich auch der Malerei und dem Schreiben. Riemers Lebenslauf und die Motive seines Handelns sind nur spärlich überliefert.

Im Dezember 1940 wurde Riemer von der Gestapo verhaftet. Der Meldebogen des KZ Sachsenhausen, in das er im März 1941 als sogenannter Berufsverbrecher eingeliefert wurde, verzeichnet zahlreiche Vorstrafen, die Riemer wegen Betrugs und anderer Delikte in Gefängnissen verbüßen musste. Im September 1942 wurde er in das KZ Natzweiler überstellt. Zwei Jahre später wurde er schließlich in das Außenlager Allach des KZ Dachau verschleppt. Riemer musste Zwangsarbeit für die Firma BMW leisten, die im Auftrag des Luftfahrtministeriums Flugzeugmotoren herstellte. Dort musste er in 12-Stunden-Schichten Stahlrohlinge in einem Schmelzofen zu Zylinderbuchsen formen. Kurz vor dem Eintreffen der US-Army musste Riemer mit Tausenden anderer Häftlinge auf den Todesmarsch gehen.

Die letzten Monate der Inhaftierung und den Todesmarsch beschrieb Riemer in dem 1947 veröffentlichten Bericht „Sturz ins Dunkel“ äußerst eindrucksvoll und minutiös. Nach der Befreiung war er als Maler und Schriftsteller in Traunstein tätig. Sein Todesdatum ist nicht bekannt.

 

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