Imma Mack (10.02.1924 – 21.06.2006)

 

Imma Mack, Ordensfrau der Kongregation der ‚Armen Schulschwester von Unserer Lieben Frau‘, in München konnte als Jugendliche durch geheime Kontakte zum KZ Dachau vielen Häftlingen, vor allem polnischen Geistlichen, helfen. Ihr Mädchenname war Josefa, geboren wurde sie am 10. Februar 1924 in Möckenlohe bei Eichstätt.

Von Mai 1944 bis Ende April 1945 machte Emma Mack für das Kloster in Freising, wo sie als Kandidatin im Waisenhaus beschäftigt war, meist wöchentlich ‚Blumen-Einkäufe‘ in der Verkaufsstelle des SS-Versuchguts „Kräutergarten“/Plantage bei dem KZ Dachau. Unter dem Decknamen „Mädi“ versorgte sie so vor allem die inhaftierten Priester mit Kirchengeräten wie Messwein, Hostien und Kerzen, aber auch mit Medikamenten und Lebensmitteln. Ferdinand Schönwälder, der als Häftling in der Verkaufsstelle arbeitete, tarnte das Unternehmen. Auch für die geheime Priesterweihe von Karl Leisner am 17. Dezember 1944 durch den französischen Mithäftling Bischof Gabriel Piguet organisierte sie die benötigten Kirchenformulare und liturgischen Geräte. Bei all ihren gefährlichen Unternehmungen – auch heimlicher Posttransport – blieb sie unentdeckt. Mitschwestern im Kloster und Ordensbrüder unterstützten sie, unter anderem sammelten sie Lebensmittel.

Nach dem Krieg trat Mack in den Orden ein und arbeitete als Handarbeitslehrerin in verschiedenen Schulen in Bayern. Ihre Erinnerungen veröffentlichte sie später unter dem Titel „Warum ich Azaleen liebe“ auf. Häftlinge auf der Plantage hatten ihr als Gruß für ihre Mutter Azaleen geschenkt, bevor sie in die Ferien nach Hause fuhr.

Schwester Imma wurde mehrfach geehrt für ihren mutigen, selbstlosen Einsatz. So erhielt sie unter anderem das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Verdienstorden. Von der Republik Frankreich wurde sie als „femme chevalier“ in die Französische Ehrenlegion aufgenommen. Am 21. Juni 2006 starb sie nach längerer Krankheit im Kloster in München.

 

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