Joseph Joos (13.11.1878 – 13.03.1965)

 

Joseph Joos wurde am 13. November 1878 als eines von fünf Kindern in Wintzenheim, Kreis Colmar/Elsass, geboren. Nach seiner Lehre als Modelltischler ging er 1901 als Redakteur zur Oberelsässischen Landeszeitung. In dieser Zeit fand der überzeugte Katholik seine politische Heimat in der Zentrumspartei. Nach einigen Fortbildungen wurde Joos später Schriftleiter bei der Westdeutschen Arbeiterzeitung, dem auflagenstarken Organ der katholischen Arbeitervereine (später KAB), 1905 wurde er sogar Redaktionsleiter.

1919 war Joseph Joos Abgeordneter der Zentrumspartei in der Nationalversammlung. Anschließend gehörte er dem Reichstag bis November 1933 an. Für seine pointierten Reden war er besonders bekannt.

Neben seiner politischen Tätigkeit engagierte sich Joos im Bereich der katholischen Arbeitervereine, die sich schon früh gegen den Nationalsozialismus engagierten und während der NS-Diktatur verboten wurden. So arbeitete Joos in der Männerseelsorge, bis er 1940 – wegen angeblicher Kontakte zum Widerstand – verhaftet und ein Jahr später in das KZ-Dachau überstellt wurde. Dort war er mit der Häftlingsnummer 26.800 bis 1945 inhaftiert. Er musste in der Häftlingsregistratur arbeiten, wo er weitreichende Freiheiten und auch Einblicke in die Organisation der Häftlingstransporte hatte.

Am 24. April 1945 brachte die SS Joos mit weiteren prominenten Gefangenen nach Südtirol, wo er als Geisel in der „Alpenfestung“ festgehalten wurde. Im Mai 1945 wurden Joos und die anderen „Sonderhäftlinge“ von amerikanischen Truppen befreit.

Eine politische Tätigkeit nahm er nach dem Krieg nicht mehr auf.

Joseph Joos verstarb am 13. März 1965 in St. Gallen.

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