Nico Rost (21.06.1896 – 01.02.1967)

 

Nico (Nicolaas) Rost wurde am 21. Juni 1896 in Groningen, Niederlande, geboren. Er war Journalist, Schriftsteller und Übersetzer. Seit 1926 arbeitete er als Korrespondent in Berlin, schrieb Literaturkritiken und übersetzte deutsche Schriftsteller*innen ins Niederländische, wie etwa Lion Feuchtwanger, Gottfried Benn und Anna Seghers.

Rost wurde Mitglied der KPD und kurz nach der Machtübernahme im Februar 1933 von den Nationalsozialisten in das KZ Oranienburg eingewiesen. Nach der Entlassung wurde er aus Deutschland ausgewiesen und ging nach Brüssel.

Im Juli 1941 heiratete er die Jüdin Edith Blumberg. 1943 wurde er erneut verhaftet, da er Werke von Autoren veröffentlicht hatte, die unter die Zensur gefallen waren bzw. unerwünschte Autoren übersetzte. Er kam in das KZ Herzogenbusch und dann nach Dachau. Hier war er lange als Pfleger im Krankenrevier und fand dort Kraft im Lesen der deutschen Literatur. Aus zahlreichen in der KZ-Haft verfassten Aufzeichnungen schrieb er sein Tagebuch „Goethe in Dachau“, das 1948 in Deutschland veröffentlicht wurde. In ihm beschreibt er seine Haft, aber auch die Hoffnung, dass es eine Welt außerhalb des Lagers gibt und auch der Nationalsozialismus eine vorübergehende ist.

Er wurde später Mitglied im Internationalen Dachau-Komitee. Zusammen mit anderen setzte er sich dafür ein, das ehemalige KZ als Gedenkstätte zu erhalten, was er 1956 in seinem Bericht „Ich war wieder in Dachau“ thematisierte.

Als unorthodoxer Kommunist musste Rost in der Nachkriegszeit den Ostblock verlassen und lebte in der Bundesrepublik und den Niederlanden. Er verstarb 1967 in Amsterdam.

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