Peter Johann Gardosch (08.11.1930 – )

 

Peter Johann Gardosch wurde am 8. November 1930 in Neumarkt am Miresch in Siebenbürgen, Ungarn, als Sohn einer gutbürgerlichen jüdischen Familie geboren. Im Sommer 1944 wurden er und seine Familie nach Auschwitz deportiert. Peter überstand als 13-Jähriger die Selektion, weil er sich drei Jahre älter machte. Seine Mutter, Schwester und Großmutter wurden sofort durch Gas ermordet.

Peter Gardosch kam zusammen mit seinem Vater über das Stammlager Dachau in das KZ-Außenlager Kaufering III, wo jüdische Häftlinge unter menschenverachtenden Arbeitsbedingungen halbunterirdische Bunker für die Herstellung von Kampfflugzeugen bauen mussten. Ein SS-Mann, der direkt für den Lagerkommandanten arbeitete, wählte Peter als seinen Gehilfen aus, weil er Deutsch sprach und ließ ihn einfachere Arbeiten verrichten. Dies rettete aus Gardoschs Sicht sein Leben.

Während des Todesmarsches nach der Räumung des Lagers konnten Peter Gardosch und vier andere Häftlinge zusammen mit zwei SS-Männern fliehen. Sie wurden bis zur Befreiung Fürstenfeldbrucks am 8. Mai 1945 im dortigen Kloster versteckt.

Nach der Befreiung kehrte Peter Gardosch in seine ungarische Heimat zurück. Er wanderte 1963 nach Israel aus, kehrte dann aber nach Deutschland zurück, studierte und wurde  mehrsprachiger Unternehmensberater mit internationalen Kontakten. Erst spät gelang es ihm, über die Schrecken seiner Kindheit zu sprechen. Seine Erlebnisse verarbeitete er in seinen beiden Büchern „Die Wiedergutmachung“ (2011) und „Mit 13 durch die Hölle“ (2019). Bis heute engagiert er sich als Zeitzeuge in Schulen und gegen Antisemitismus.

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