Topografie: Luftaufnahme vom 20. April 1945

Luftaufnahme des befreiten Konzentrationslagers vom 20. April 1945
  • Häftlingslager
  • Konzentrationslager
  • SS-Übungslager
  • Kräutergartenanlage (Plantage)
  • © Luftbilddatenbank Ing. Büro Dr. Carls, Würzburg

 

Das Lagergelände in Dachau teilte sich in zwei Bereiche, dem eigentlichen Konzentrationslager mit Häftlingslager, Krematorien, Lagerkommandantur und Wachunterkünften sowie dem SS-Übungslager mit Kasernen und Schulungsräumen der SS. SS-Übungslager und eigentliches Konzentrationslager bildeten formal zwar getrennte Bereiche auf dem Gesamtgelände des KZ Dachau, doch die SS-Einheiten im SS-Übungslager gehörten ebenso wie das KZ-Personal seit 1939/40 zur Waffen-SS. In beiden Lagerteilen befanden sich außerdem zahlreiche Fabriken, in denen die KZ-Häftlinge arbeiten mussten. Entlang der ehemaligen "Straße der SS", die südlich des Lagergeländes verlief, und am "Theodor-Eicke-Platz" (südwestlich des Häftlingslagers gelegen) befanden sich Wohnungen und Villen der SS-Leute. Die Siedlung lag außerhalb des Lagergeländes und war öffentlich zugänglich.
An der Ostseite des Lagers mussten Häftlinge eine große Kräutergartenanlage (Plantage) errichten.

Topografie: Luftaufnahme aus dem Jahr 2006

Luftaufnahme der Gedenkstätte und dem Gelände der bayerischen Bereitschatfspolizei aus dem Jahr 2006

 

Die KZ-Gedenkstätte Dachau umfasst heute das Areal des ehemaligen Häftlingslagers sowie den ehemaligen Krematoriumsbereich, der in der Zeit des KZ Dachau zum Kommandanturbereich gehörte. Die Gedenkstätte entstand 1965 auf Grund der Initiative Überlebender des Konzentrationslagers und wurde als Gedenkort gestaltet: Einige der originalen Gebäude aus der Zeit des KZ (Jourhaus, Wirtschaftsgebäude, Bunker, Krematorium und Wachtürme) wurden erhalten, zwei Baracken hingegen wurden rekonstruiert und um Barackenfundamente an den ursprünglichen Standorten der anderen Baracken ergänzt. Darüber hinaus wurde ein zentrales Mahnmal am ehemaligen Appellplatz sowie verschiedene religiöse Gedenkorte geschaffen.

Die heutige Gedenkstätte ist ein bewusst gestalteter Ort, der an das Leiden der über 200.000 Häftlinge aus 34 Nationen erinnern soll. Der "Weg des Erinnerns", der vom Bahnhof der Stadt Dachau zur Gedenkstätte führt, und der Rundgang durch die heutige Gedenkstätte führen dabei an historischen Spuren, Relikten und Originalgebäuden vorbei, die von der Zeit des Konzentrationslagers, aber auch vom Umgang mit dem Ort in der Nachkriegszeit zeugen. Der Besucher ist dabei aufgefordert, diese verbliebenen Spuren zu entdecken und sich so der Geschichte des Ortes zu nähern. Der virtuelle Rundgang auf den folgenden Seiten soll dabei eine erste Hilfestellung sein.