Albert Knoll: Buchvorstellung „Der Rosa-Winkel-Gedenkstein“ und Erhalt des André-Delpech-Preises

In
seiner Buchvorstellung ging Albert Knoll zunächst auf die Geschichte des
Paragraphen 175 ein, der seit Inkrafttreten 1872 sexuelle Handlungen zwischen
Männern unter Strafe stellte und im Nationalsozialismus eine deutliche
Verschärfung erfuhr. Welche Auswirkungen damit für Homosexuelle verbunden
waren, zeigte Albert Knoll anschließend anhand einzelner Biographien von
Häftlingen im KZ Dachau. Beispielsweise stellte er Leopold Obermeier vor, der
1935 als Jude und Homosexueller im KZ Dachau inhaftiert wurde. Das langjährige
Ringen um die Aufstellung eines Gedenksteins für die Opfergruppe der
Homosexuellen streifte Albert Knoll nur kurz. Nachzulesen ist dies wie auch die
anderen Themen des Vortrags in dem von ihm herausgegebenen Buch.

Albert Knoll bei der Preisverleihung

Am 18.
März 2016 erhielt Albert Knoll den André-Delpech-Preis, den das Comité
International de Dachau seit 2013 für besondere Verdienste um das Gedenken an
das KZ Dachau verleiht. Bei der feierlichen Preisübergabe hob Jean-Michel
Thomas, Präsident des CID, hervor, dass Albert Knoll seit vielen Jahren
unermüdlich und mit besonderer Freundlichkeit die Familien bei der Recherche
über das Schicksal ihrer Angehörigen unterstütze. Er würdigte zudem seinen
großen Beitrag zum Totenbuch: „Ihre Arbeiten sind zu einer verlässlichen
Informationsquelle über die 220.000 Gefangenen geworden, die während 13 Jahren
in Dachau angekommen sind, sowie über die Gründe der Naziverfolgung, die sie
erdulden mussten.“

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