Nachruf

Dee Eberhart (1924 – 2022)

 |  25. Mai 2022

Die KZ-Gedenkstätte trauert um Dee Eberhart. Er war einer der letzten Veteranen der 42. Rainbow Division, der aktiv an der Befreiung des KZ Dachau beteiligt war.

Dee Eberhart kam 1924 in Los Angeles zur Welt. Er wurde Soldat und schloss sich der Infanterie an. In seinem Einsatz als Späher in der 42. Division der 7. US-Armee war er an der Offensive im Rheinland beteiligt und rückte mit den Truppen nach Bayern vor. Am 29. April 1945 erreichte seine Einheit, das 242. Infanterieregiment, das Konzentrationslager Dachau. Das Grauen, das er dort sah, konnte er sein Leben lang nicht vergessen. Er versuchte das Erlebte in Worte zu fassen und seiner Überzeugung als Mahner vor den Gräueln des Kriegs Ausdruck zu geben. Eberhart veröffentlichte diese lyrischen Texte als „Illusions – World War II Poems“ im Jahr 2004.

Nach einem Studium war Dee Eberhart von 1965 bis 1986 als Lehrer am Geography Department an der Central Washington University tätig. Er ging darüber hinaus aber auch vielfältigen anderen beruflichen Tätigkeiten nach. Für seinen wichtigen Einsatz als Zeitzeuge erhielt er vom Comité International de Dachau im Jahr 2020 in General André Delpech Preis.

Dee Eberharts Wunsch war es, noch einmal zu einer Befreiungsfeier nach Dachau zu kommen. Das war ihm wegen der Corona-Pandemie nicht möglich und so schickte er 2021 eine Video-Gedenkbotschaft.

Am 23. Mai 2022 starb Dee Eberhart im Kreis seiner Familie im US-Bundesstaat Washington.