Präsentation des historischen Lagertors in der Dauerausstellung

Vertreter der Politik und der Gedenkstätte nahmen im Februar 2017 das Tor in Dachau in Empfang. Der Stiftungsrat der Stiftung Bayerische Gedenkstätten beschloss, es nicht wieder am historischen Standort einzusetzen. Nach Konservierungsarbeiten und einer Farbanalyse ist das symbolträchtige Original nun am Ende der Hauptausstellung zu betrachten. Die Replik, die sich seit April 2015 am Eingang des Jourhauses befindet, verbleibt an diesem Ort.

Tor im Jourhaus Das Lagertor mussten Häftlinge auf Befehl der SS im Jahr 1936 schmieden. Mit der Inschrift „Arbeit macht frei“ wurde es zum zynischen Sinnbild für Zwangsarbeit als Terrorinstrument und ein Symbol für die Leidenswege der KZ-Häftlinge. Der Diebstahl in der Nacht zum 2. November 2014 war ein Angriff auf die Erinnerung an diese Vergangenheit.

Leider befand sich das wiedergefundene Lagertor in einem schlechten Zustand. Das am Wegesrand unter einer Plane aufgefundene Tor ist stark korrodiert und partiell porös. Um ein Voranschreiten der Zersetzung zu verhindern, wurde das Tor in seinem jetzigen Zustand konserviert. Zudem wurde eine umfassende Farbanalyse durchgeführt, um mehr über die Farbgebung des Lagertors in verschiedenen Zeitphasen zu erfahren. Im Anschluss wurde von der Gedenkstätte ein Konzept für die Präsentation des Lagertors in der Dauerausstellung erarbeitet.

Tor in VitrineNach dem Abschluss der aufwendigen Arbeiten konnte zum Pressetermin am 27. Juli 2017 die Vitrine mit dem Lagertor enthüllt werden. Staatsminister Ludwig Spaenle betonte vor Ort erneut die besondere Bedeutung des Tors als zentrales Zeugnis des ehemaligen KZ Dachau. Der Überlebende des Dachauer Außenlagers Kaufering und Vizepräsident des Comité International de Dachau (CID), Abba Naor, der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, MdL, und die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Dr. Gabriele Hammermann, informierten über die interessanten Ergebnisse der Befundsuntersuchung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Die Umstände des Diebstahls liegen bis heute im Dunkeln.

Fotos: © KZ-Gedenkstätte Dachau; Teaserfoto: © BLfD, Jens Wagner