Blick in … die Sammlung

Häftlingskleid

Ein blau-kariertes Wollkleid ist die einzige zivile Häftlingskleidung in unserer Sammlung. Die 21-jährige Slowakin Margita Lustig trug es ab Ende 1944 im Dachauer Außenlager Augsburg-Kriegshaber bis zur ihrer Befreiung in Dachau. Im Brustbereich musste sie ihre Dachauer Gefangenennummer und einen gelben Balken als Kennzeichen jüdischer Häftlinge aufnähen. Da ihr das Kleid zu klein war, setzte sie aus dem Gürtelsaum ein Zwischenstück in die Taille ein. Der Tausch der sonst üblichen grauen, gestaltlosen Häftlingskleidung gegen dieses Wollkleid bedeutete für Margita Lustig einen Rückgewinn an Weiblichkeit und Individualität. In Gedanken an die Vorbesitzerin, vermutlich ein jüdisches Mädchen, fragte sie sich oft "ob sie wohl noch am Leben ist oder […] ermordet wurde."