Zeitspuren. Der Außenlagerkomplex Allach

 |  08.05.2020

Der Außenlagerkomplex Allach entstand ab 1942. Bis zum Kriegsende mussten dort tausende Häftlinge Zwangsarbeit leisten. Das 1944 eingerichtete OT-Lager (Organisation Todt) Karlsfeld war vor allem für jüdische KZ-Häftlinge ein Ort des Leids.

Archäologische Grabungen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege in den Jahren 2016 und 2017 förderten auf dem Gelände des einstigen OT-Lagers über 1.000 Objekte aus der KZ-Zeit und den Nachnutzungen des Areals zutage. Auf Initiative des Comité International de Dachau gelangten die Fundstücke in den Besitz der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Objekte zeugen von Häftlingsalltag

Knapp 100 dieser Funde stehen im Zentrum der Ausstellung „Zeitspuren“ und werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Objekte zeugen vom Lebensalltag der Häftlinge, den Gewalterfahrungen und der Befreiung vor 75 Jahren. Ergänzt werden die Fundstücke durch die historische Rahmenerzählung an den Wänden mit Fotografien, Plänen, originalen Filmaufnahmen sowie Zeitzeugenberichten.

Die Ausstellung gliedert sich in zehn Themenbereiche, die den Außenlagerkomplex Allach historisch und archäologisch dokumentieren, den Häftlingsalltag nachzeichnen und einen Blick auf die Befreiung sowie die Nutzung des Geländes nach 1945 werfen:

  • Der KZ-Außenlagerkomplex Allach
  • Bauten und Wachpersonal
  • Zwangsarbeit
  • Unterbringung und Luftschutz
  • Ernährung und Bekleidung
  • „Privates“ und Entindividualisierung
  • Befreiung
  • Nachnutzungen
  • Grabungen
  • Tod – Erinnerung

Die Ausstellung wurde konzipiert von einem interdisziplinären Team unter Leitung von Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau. Die Gestaltung lag in den Händen des Büros impuls-design aus Erlangen. Finanziert wurde die Sonderausstellung durch großzügige Zuwendungen der BMW Group, der Landeshauptstadt München, des Comité International de Dachau, des Freistaats Bayern und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Virtuelle Eröffnung und Kuratorenrundgänge

Am 8. Mai 2020 fand die Eröffnung der Sonderausstellung „Zeitspuren. Der Außenlagerkomplex Allach“ in virtuellem Rahmen statt. Auf unserer Website finden Sie Grußworte der Ausstellungsmacher. Daneben äußern sich Nick Hope, Überlebender des Außenlagerkomplexes Allach, sowie Dan Dougherty, Befreier des Außenlagers, in Videobotschaften. Die Kuratorinnen und Kuratoren geben in drei Videorundgängen einen Einblick in die Ausstellung.

Impressionen aus der Ausstellung