Vortragsreihe „Dachauer Prozesse“

Themen: „Die Spätverfolgung von NS-Verbrechen durch die deutsche Strafjustiz“ und „Probleme der Staatsanwaltschaften bei der Verfolgung von NS-Massenverbrechen“

 |  29.03.2023  | 18:30—20:30

 

Die Spätverfolgung von NS-Verbrechen durch die deutsche Strafjustiz

 

Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende hat sich noch eine Reihe von Beteiligten an NS-Verbrechen vor deutschen Gerichten verantworten müssen. Zuvor waren diese Personen jahrzehntelang unbehelligt geblieben. Die deutsche Strafjustiz hat sowohl die frühere Untätigkeit als auch die späten Verfolgungsbemühungen mit rechtlichen Erwägungen begründet, ohne dass sich die maßgeblichen Rechtsgrundlagen zwischenzeitlich geändert haben. Dieser Vortrag begibt sich auf eine Spurensuche, wo es zu rechtlichen Neubewertungen kam, und bemüht sich um eine Einordnung in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext.

 

Boris Burghardt
vertritt den Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Leuphana Universität Lüneburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen insbesondere im Völkerstrafrecht, in der juristischen Zeitgeschichte und in der Rechtsphilosophie.

 


 

Probleme der Staatsanwaltschaften bei der Verfolgung von NS-Massenverbrechen

 

Seit 1961 existierten in Dortmund und Köln Zentralstellen für die Bearbeitung von NS-Massenverbrechen. Der Vortrag behandelt die Geschichte der bundesdeutschen Strafverfolgung von NS-Verbrechen am Beispiel der Zentralstellen in Nordrhein-Westfalen. Die Probleme und Herausforderungen, denen sich die Zentralstellen während ihrer Ermittlungen gegenüberstanden, werden anhand ausgewählter Strafverfahren thematisiert.

 

Andreas Brendel
ist Oberstaatsanwalt in Dortmund und leitete die NRW-Zentralstelle für die Bearbeitung Nationalsozialistischer Massenverbrechen.

 


 

Begleitend zur aktuellen Sonderausstellung „Dachauer Prozesse – Verbrechen, Verfahren und Verantwortung“ findet ab September eine Vortragsreihe an der KZ-Gedenkstätte Dachau statt. Diese befasst sich mit der Ahndung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen durch US-Militärgerichte und die nachfolgende Rechtsprechung in der Bundesrepublik Deutschland. Neben den großen Konzentrationslagerprozessen werden ebenso die Verfahren wegen der Ermordung abgestürzter amerikanischer Flieger und Kriegsgefangener als auch deren juristische Grundlagen behandelt.

 

Anmeldung     Keine Voranmeldung notwendig

Ort     Seminarraum der KZ-Gedenkstätte Dachau, Alte Römerstr. 75, 85221 Dachau

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung ist im Live-Stream auf dem YouTube-Kanal der KZ-Gedenkstätte Dachau online verfügbar.