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Newsletter 4. Ausgabe, Herbst 2012

Einleitung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, Ihnen eine weitere Ausgabe des Newsletters präsentieren zu
können. Sie erhalten einen Überblick zum Stand unserer Arbeit sowie zu
aktuellen Projekten und Veranstaltungen.

Beginnen möchte ich mit einer traurigen Nachricht. Viele
treue Weggefährten und Unterstützer der KZ-Gedenkstätte Dachau haben uns in den
letzten Monaten verlassen. Zu unserer großen Bestürzung ist der langjährige
Präsident und Ehrenvorsitzende des Comité International de Dachau, General
André Delpech, am 18. Juli 2012 im Alter von 87 Jahren verstorben. Von 1991 bis
2006 hat er die Geschicke des Verbandes gelenkt und sich mit großem Engagement
an allen wesentlichen Diskussionen um die Neugestaltung der Gedenkstätte Dachau
beteiligt. Ohne seine Beharrlichkeit und Streitbarkeit hätte die Öffnung des
historischen Zugangs über das Jourhaus nicht realisiert werden können. Am
Herzen lagen ihm, dem Widerstandskämpfer der Résistance und Überlebenden des
Konzentrationslagers Dachau, insbesondere die Vermittlung, die Weitergabe des
Vermächtnisses der Überlebenden an die nachfolgenden Generationen und die Idee
eines geeinten Europas. Er hinterlässt eine große Lücke im Leben aller, die ihn
kannten.

Aus der Reihe unserer Veranstaltungen ist insbesondere die Tagung „Sanierung –
Rekonstruktion – Neugestaltung: Zum Umgang mit historischen Bauten in
Gedenkstätten“ hervorzuheben. Im Austausch zwischen Fachleuten und Dachauer
Bürgern konnten viele Ideen für eine weitere Gestaltung und Nutzung des brachliegenden
Areals des ehemaligen „Kräutergartens“ entwickelt werden. Wissenschaftler und
Leiter anderer Gedenkstätten unterstrichen in ihren Vorträgen den hohen
Denkmalwert des Kräutergartenensembles. Im Zentrum solle eine dokumentarische
und memoriale Nutzung des Geländes stehen mit einer Ausstellung zur Geschichte
des Ortes und Seminarräumen für die pädagogische Arbeit der Gedenkstätte. Nun
geht es darum, die Impulse der Tagung aufzugreifen und konkrete Konzepte der
Weiternutzung zu entwickeln.

Die nächste
Ausgabe unseres Newsletters erscheint im Frühjahr 2013.

Mit
herzlichen Grüßen,

 

Ihre
Gabriele Hammermann

Termine

Zusätzlich zu den regelmäßigen Rundgängen bietet die Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau jeden Monat Rundgänge und Exkursionen mit besonderen Schwerpunktthemen an. • Samstag, 08.12.2012: Themenführung „Die Dauerausstellung der KZ-Gedenkstätte Dachau – Kuratorenführung Uhrzeit: Jeweils 14.00–16.00 Uhr Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau Anmeldung an der Infotheke des Besucherzentrums am Veranstaltungstag bis spätestens 13.45 Uhr Kosten: 3 Euro   Alle Termine ...weiterlesen

Die KZ-Gedenkstätte veranstaltet in Kooperation mit dem Max-Mannheimer-Studienzentrum und dem Filmmuseum München die Filmreihe „Das wirst du nie verstehen“. Seit September wurden die Dokumentarfilme „Was bleibt“, „2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiss“ sowie „Das wirst du nie verstehen“ gezeigt.   Weitere Veranstaltungen der Filmreihe: • Sonntag, 20.01.2013: „Gerdas Schweigen“ • Sonntag, 10.02.2013: „Winterkinder – die ...weiterlesen

Wir freuen uns, dass Friedbert Mühldorfer am Mittwoch, 28. November, in der KZ-Gedenkstätte Dachau seine Neuauflage von Hans Beimlers „Im Mörderlager Dachau“ vorstellt. Hans Beimler wurde als Leiter der KPD Südbayern am 25. April 1933 in das erst kurz vorher eingerichtete Konzentrationslager Dachau eingeliefert. In einer Einzelzelle musste er tägliche Folter erdulden, ...weiterlesen

Berichte

Unter der Überschrift „Sanierung – Rekonstruktion – Neugestaltung: Zum Umgang mit historischen Bauten in Gedenkstätten“ fand vom 1. bis 3. Juni eine Tagung der KZ-Gedenkstätte Dachau statt, auf der im Austausch zwischen Fachleuten und Dachauer Bürgern viele Ideen für eine weitere Gestaltung und Nutzung des brachliegenden Areals des ehemaligen „Kräutergartens“ ...weiterlesen

Ehemaliger Kräutergarten Izhak Akermann berichtete am 20. Juni vor vielen interessierten Zuhörern knapp zwei Stunden über seine Verfolgungsvergangenhei Ende 1927 wird er in Danzig als Sohn polnisch-jüdischer Eltern geboren. Kurz nach Kriegsbeginn verschleppt in das Ghetto Radom, wird 1942 ein Großteil der Familie Akermanns ins Vernichtungslager Treblinka deportiert. Izhak Akermann bleibt bis 1944 ...weiterlesen

Ehemaliger Kräutergarten Auf Einladung der Gedenkstätte stellten die österreichischen Literaturwissenschaftler Stefan Maurer und Martin Wedl am Mittwoch, 11. Juli 2012, die von ihnen kommentierte und herausgegebene Neuauflage des 1946 erstmals erschienen Buches „Zeit ohne Gnade“ vor. Der Autor Rudolf Kalmar, ein österreichischer Journalist, wurde unmittelbar nach dem sogenannten Anschluss Österreichs 1938 ...weiterlesen

Am Sonntag, 23.09.2012, fand die Auftaktveranstaltung der Filmreihe "Das wirst du nie verstehen" statt. In Kooperation mit dem Filmmuseum München und dem Max-Mannheimer-Studienzentrum wurde der Dokumentarfilm „Was bleibt“ aus dem Jahre 2008 gezeigt. Der Dokumentarfilm „Was bleibt“ aus dem Jahre 2008 beleuchtet die familieninterne Auseinandersetzung mit dem Holocaust  sowohl auf der Opfer- ...weiterlesen

Der italienische Zeitzeuge Riccardo Goruppi war am 26. September zu Gast in der KZ-Gedenkstätte. 80 Zuhörer waren an diesem Abend gekommen, um mehr über Herrn Goruppis Lebensgeschichte zu erfahren. Riccardo Goruppi wird im Januar 1927 in Prosecco bei Triest geboren. Als deutsche Truppen Italien im September 1943 besetzen, schließt er sich ...weiterlesen

Im Filmmuseum München zeigte die KZ-Gedenkstätte am Sonntag, 28.10.2012, den Dokumentarfilm „2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiss“(2005). Hanns Elard Ludin wurde bereits in der Weimarer Republik als junger Offizier bekannt, weil er in der Reichswehr mit Hitler konspirierte. Nach 1933 stieg er schnell zu einem SA-Obergruppenführer auf. Mit ...weiterlesen

Mit dem bekannten slowenischen Schriftsteller Boris Pahor führte die Gedenkstätte, in Kooperation mit der bayerisch-slowenischen Gesellschaft, am Dienstag, 6. November 2012, ihre Veranstaltungsreihe „Dachauer Zeitzeugengespräche“ fort. Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Boris Pahor wird 1913 in Triest geboren, welches zum österreichisch-ungarischen Verwaltungsgebiet Primorska gehört und 1919 von Italien besetzt wird. Nach dem Besuch ...weiterlesen

Der Dokumentarfilm „Das wirst du nie verstehen“ (2003) war am 25. November der 3. Beitrag in der Filmreihe. Anja Salomonowitz porträtiert in ihrem Film drei Frauen aus ihrer Familie, die maßgeblich an ihre Erziehung beteiligt waren. Während der NS-Zeit waren alle drei noch fast Mädchen, heute stellen sie die ...weiterlesen

Neuigkeiten

Ausstellungseröffnung  „Blickwechsel - Vlasto Kopàč zeichnet das Konzentrationslager Dachau“ In der Ausstellung "Blickwechsel", die am 26. April eröffnet wurde und in enger Kooperation mit dem Museum für Moderne Geschichte in Ljubljana entstanden ist, zeigt die KZ-Gedenkstätte Dachau bis Ende November eine einzigartige Sammlung heimlich angefertigter Zeichnungen ...weiterlesen

Im März 2012 konnten die sanierten und umgestalteten Räume im Ostflügel des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes des Konzentrationslagers Dachau bezogen werden. Dieser Bereich war seit 1965 mit Ausnahme geringfügiger Umbauten kaum verändert worden.  Eine Sanierung dieses Gebäudeteiles war also dringend erforderlich. Ziel der Baumaßnahme, die das Architekturbüro "Florian Nagler Architekten GmbH" und das ...weiterlesen

Dr. Kay Kufeke leitet seit April 2011 die wissenschaftliche Abteilung der KZ-Gedenkstätte. Er ist promovierter Historiker und hat zuletzt an der neuen Dauerausstellung der Topographie des Terrors in Berlin mitgearbeitet. Dr. Aline Sierp hat in der pädagogischen Abteilung die Ausbildung fremdsprachiger Referenten und den Ausbau internationaler Kontakte übernommen. Sie studierte Politik ...weiterlesen

Ein blau-kariertes Wollkleid ist die einzige zivile Häftlingskleidung in unserer Sammlung. Die 21-jährige Slowakin Margita Lustig trug es ab Ende 1944 im Dachauer Außenlager Augsburg-Kriegshaber bis zur ihrer Befreiung in Dachau. Im Brustbereich musste sie ihre Dachauer Gefangenennummer und einen gelben Balken als Kennzeichen jüdischer Häftlinge aufnähen. Da ihr das ...weiterlesen

Josef Stressel, am 11.08.1940 "auf der Flucht" erschossen Frage: Stimmt es, dass es einigen Häftlingen gelungen ist, aus dem Konzentrationslager Dachau zu entkommen?   Antwort: Bis 1939 waren Fluchtversuche sehr selten, jede erfolgreiche Flucht musste direkt an Himmler und an die IKL weitergemeldet werden. Der einzige Fluchtversuch aus dem Dachauer Hauptlager, bei dem der ...weiterlesen

Literaturtipps

Benz, Wolfgang; Distel, Barbara; Königseder, Angelika (Hrsg.): Nationalsozialistische Zwangslager. Strukturen und Regionen; Täter und Opfer. Dachau: Verlag Dachauer Hefte; Berlin: Metropolverlag 2011 Die nationalsozialistischen Konzentrationslager sind im Wesentlichen erforscht und dargestellt. Die Dachauer Hefte, die 1985–2010 als Periodikum erschienen, haben als zentrales Organ der KZ-Forschung dabei eine wichtige Rolle gespielt. Aber jenseits ...weiterlesen

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