Gedenkstätte ehemaliger "SS-Schießplatz Hebertshausen"

Open-Air-Ausstellung Foto KZ-Gedenkstätte Dachau
Open-Air-Ausstellung Foto KZ-Gedenkstätte Dachau

 

Am 2. Mai 2014 eröffnete die KZ-Gedenkstätte Dachau den neugestalteten Gedenkort am ehemaligen „SS-Schießplatz Hebertshausen“. Auf dem 1937/1938 zwei Kilometer nördlich vom Dachauer Hauptlager errichteten Schießplatz ermordete die Lager-SS 1941 und 1942 über 4000 sowjetische Kriegsgefangene. Die Opfer waren zuvor in den Kriegsgefangenenlagern der Wehrkreise München, Nürnberg, Stuttgart, Wiesbaden und Salzburg von Einsatzkommandos der Gestapo nach ideologischen und rassistischen Kriterien „ausgesondert“ worden. Insbesondere kommunistische Funktionäre, Angehörige der Intelligenz sowie Juden fielen der Massenmordaktion zum Opfer.

Eine Open-Air-Ausstellung in russischer, deutscher und englischer Sprache informiert am Gedenkort ausführlich über die historischen Hintergründe des Verbrechens. Im Zentrum stehen Biografien einzelner Opfer, die zukünftig um weitere ergänzt werden sollen. In der Präsentation werden die überwiegend einvernehmliche Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht und Gestapo bei den „Aussonderungen“ sowie die Verbrechen am Ort und in anderen Konzentrationslagern dargestellt. Weitere Schwerpunkte sind die Rolle der KZ-Täter und das Wissen der Bevölkerung über das Verbrechen. Auch die Geschichte des Schießplatzes sowie der Umgang mit diesem Ort nach 1945 werden behandelt.

Am Gedenkort befindet sich außerdem die Installation „Ort der Namen“. Sie besteht aus fünf in den Boden eingelassenen Streifenfundamenten, auf denen Gedenktafeln mit den Namen der Opfer in kyrillischer und lateinischer Schrift sowie den Geburts- und Sterbedaten angebracht sind. Die Streifen sind auf den Tatort hin ausgerichtet und erinnern symbolisch an die Exekution der Kriegsgefangenen in Fünferreihen. Ausgehend von einer Mindestzahl von 4000 Opfern bieten die Fundamente mit einer Länge von 40 Metern Platz für die Namen aller Ermordeten. Die KZ-Gedenkstätte Dachau geht davon aus, dass langfristig 1500 bis 2000 Namen recherchiert werden können. Zurzeit befinden sich auf der Installation 816 Namen.

Die Landschaftsgestaltung orientierte sich an einer behutsamen Freilegung und Sichtbarmachung historischer Spuren. Es wurden Unterholz und einige Bäume beseitigt, Sichtachsen wiederhergestellt, das historische Wegenetz aufgegriffen und ein Rundweg angelegt. Entlang dieses Weges befinden sich ergänzend zur Ausstellung Informationstafeln, die dem Besucher helfen, Ereignisse auf dem Gelände zu verorten. Der Verlauf des Bretterzauns und des Sarglagers, die den Tatort damals nach außen hin abschirmten, sind mit Stahlbändern markiert. Dadurch wird verdeutlicht, wie ausweglos die Situation für die sowjetischen Kriegsgefangenen damals war.

Das gestalterische Konzept für die Ausstellung und die Gedenkinstallation stammen vom Berliner Architekten Martin Bennis und dem Stuttgarter Grafiker Berthold Weidner. Das Konzept zur Landschaftsgestaltung erarbeitete das Münchner Büro Keller Damm Roser. Die Neugestaltung wurde jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Bayern finanziert.

Gedenkinstallation „Ort der Namen“  Foto KZ-Gedenkstätte Dachau
Gedenkinstallation „Ort der Namen“ Foto KZ-Gedenkstätte Dachau

Auf dem insgesamt 85.000 qm großen Gelände des Schießplatzes befindet sich neben der Gedenkinstallation außerdem das ehemalige SS-Wachhaus, das heute von der Stadt Dachau zur Unterbringung von Obdachlosen genutzt wird.

Wegbeschreibung

 

Anreise mit dem Auto oder Fahrrad  vom Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau

1. Von der Bushaltestelle am Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau aus gesehen links auf die Pater-Roth-Straße, dieser für 350 m folgen.

2. Links abbiegen auf die Alte Römerstraße, dieser 2,1 km folgen.

3. Rechts abbiegen auf die Freisinger Straße, dieser 130 m folgen.

4. Links abbiegen, dem Weg 190 m bis zum Parkplatz der Gedenkstätte ehemaliger "SS-Schießplatz Hebertshausen" folgen.

 

Adresse:

Gedenkstätte ehemaliger "SS-Schießplatz Hebertshausen"

85221 Dachau