Neue Sonderausstellung

„Namen statt Nummern – Niederländische politische Häftlinge im Konzentrationslager Dachau“

Am 27. April 2018 wurde die neue Sonderausstellung „Namen statt Nummern – Niederländische politische Häftlinge im Konzentrationslager Dachau“ im Sonderausstellungsraum der KZ-Gedenkstätte Dachau eröffnet. Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, und Peter Vermeij, Generalkonsul der Niederlande, begrüßten die zahlreich erschienenen Gäste. Ein ganz besonderes Grußwort ging dabei an den anwesenden ehemaligen niederländischen Häftling Ernst Sillem.

Ernst Sillem, Überlebender des Konzentrationslagers Dachau
Der Dachau-Überlebende Ernst Sillem bei der Ausstellungseröffnung am 27. April 2018

Ende August 1942 hatte Ernst Sillem versucht, mit seinem Freund Jaap van Mesdag in einem Kanu nach England zu gelangen, um sich der niederländischen Exilarmee anzuschließen. Auf offenem Meer gerieten die Freunde in Seenot und wurden von einem deutschen Schiff entdeckt. Nach der anschließenden Verhaftung durchliefen beide mehrere Konzentrationslager, bis sie im September 1944 ins KZ Dachau überstellt wurden. Auf den Transporten zwischen den Konzentrationslagern gelang es Ernst Sillem, unbemerkt Briefe fallen zu lassen, die durch Hilfe niederländischer Bürger seine Familie erreichten. Diese kleinen Lebenszeichen und zahlreiche weitere Objekte von ehemaligen politischen Häftlingen aus den Niederlanden sind in der neuen Sonderausstellung zu sehen.

Blick in die Sonderausstellung

Recherchiert wurden die Biografien der ehemaligen Häftlinge von niederländischen Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Projekts „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“. Über Hörstationen lassen die jungen Biograf/-innen an ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit „ihrem“ ehemaligen Häftling teilhaben.

Die erstmals 2015 im Widerstandsmuseum Amsterdam gezeigte Sonderausstellung wird bis zum 28. Februar 2019 in der Gedenkstätte Dachau präsentiert.

Fotos: © KZ-Gedenkstätte Dachau